Kultur
Südniedersächsische Museen sammelten offenbar NS-Raubgut
Osterode (epd). Auf der Suche nach unrechtmäßig entzogenen Kulturgütern aus der NS-Zeit sind Forscher in weiteren südniedersächsischen Museen fündig geworden. Im Museum Osterode, dem Heimatmuseum Northeim, dem Museum Uslar und dem Städtischen Museum in Seesen am Harz seien verdächtige Objekte festgestellt worden, teilte das Netzwerk Provenienzforschung in Niedersachsen am Montag in Osterode mit.

Es handele sich bei diesen Funden etwa um von den Nationalsozialisten beschlagnahmte Bilder und Schriften von KPD und SPD, um Ankäufe in jüdischen und "arisierten" Kunsthandlungen sowie anderes, zu unrecht erworbenes Sammlungsgut. Die neuerlichen Verdachtsfälle zeigten deutlich, dass nicht nur die großen Kunstsammlungen, sondern auch die kleineren Museen mit ihren alltagsgeschichtlichen Sammlungen am Erwerb unrechtmäßig entzogener Kulturgüter beteiligt gewesen seien.

Bereits 2016 hatte das Netzwerk in fünf weiteren südniedersächsischen Museen teils mit Erfolg nach sogenanntem NS-Raubgut gesucht. Diesem Check waren Museen in Alfeld, Duderstadt, Einbeck, Hann. Münden und Clausthal-Zellerfeld unterzogen worden. Es handelte sich dabei um das landesweit erste Projekt zur Provenienzforschung.

Im kommenden Jahr sollen die bisher ermittelten Objekte sowie die Sammlungen der betroffenen Museen nochmals eingehender überprüft werden. Ziel ist es den Angaben zufolge, die unrechtmäßig erworbenen Kulturgüter den Vorbesitzern oder ihren Erben zurückzugeben und nicht geklärte Fälle in einer Datenbank zu veröffentlichen. Das Netzwerk Provenienzforschung ist beim Niedersächsischen Wissenschaftsministerium angesiedelt. (1109/11.09.17)