Umwelt
Robben im Abendlicht auf der Insel Spiekeroog am 09.08.07.
© epd-bild / Jörg Nielsen
Rekordbestand bei Seehunden in der Nordsee
Oldenburg (epd). Noch nie wurden so viele Seehunde in der Nordsee gezählt wie in diesem Jahr. Nach Abschluss der Zählflüge steht fest: mit 9.946 Tieren sind deutlich mehr gezählt worden als im bisherigen Rekordjahr 2014 mit 9.343 Seehunden, teilte der Präsident des zuständigen Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Eberhard Haunhorst, am Montag in Oldenburg mit: "Die Seehunde machen einen gesunden und gestärkten Eindruck."

Der Seehundbestand im niedersächsischen Wattenmeer steige damit weiter an. Im vergangenen Jahr waren 9.339 Tiere im Wattengebiet zwischen Ems und Elbe gezählt worden. Haunhorst zufolge sind die Seehunde ein wichtiger Bioindikator für den einzigartigen Lebensraum Wattenmeer. "Anzahl und Gesundheitszustand lassen Rückschlüsse auf die Wasserqualität und auf den Fischbestand zu. Und damit eben auch auf das empfindliche Lebensmittel Fisch."

Im Winter 2014/2015 waren zahlreiche Tiere an einem Grippevirus erkrankt, hieß es. Nach Schätzungen der Experten verendeten in Niedersachsen etwa 320 Seehunde und in Schleswig-Holstein mehr als 2.100 Tiere. Seehunde sind im Vergleich zu der anderen an deutschen Küsten verbreiteten Robbe, der Kegelrobbe, kleiner und schlanker. Die Männchen werden rund 1,7 Meter lang und wiegen bis zu 150 Kilogramm.

Die Seehunde werden seit 1958 aufgrund des internationalen Seehundschutzabkommens gleichzeitig in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Dänemark und den Niederlanden gezählt. In Niedersachsen wird seit 1972 aus der Luft während der Zeit der Jungtieraufzucht und des Haarwechsels gezählt. Bei Niedrigwasser ruhen die Seehunde auf Sandbänken und können dort erfasst werden. (1162/21.08.17)