Kultur
Walcker-Orgel in der Kirche der deutschen-evangelischen Gemeinde in Kairo.
© epd-bild / Agata Skowronek
Orgel zieht um
Gelsenkirchener Walcker-Orgel erklingt künftig in Papenburg
Papenburg, Gelsenkirchen (epd). Die Stadt Gelsenkirchen bereitet sich auf den Umzug ihrer historischen Walcker-Orgel vor. Die Konzertorgel, die 1927 in das Hans-Sachs-Haus der Stadt eingebaut wurde, wird künftig in der katholischen Gemeinde St. Antonius im niedersächsischen Papenburg erklingen, wie die Stadt Gelsenkirchen am Dienstag mitteilte. Dem Umzug muss der Rat der Stadt am 18. Mai noch zustimmen. Nach einer Restaurierung und technischen Modernisierung vor zehn Jahren war ein Wiederaufbau des Instruments in Gelsenkirchen räumlich nicht mehr möglich.

Mit der Zustimmung des Rats ist der Weg frei, dass die Orgel umzieht und Teil der "europäischen Orgelstraße" von Schwerin über Bremen, Verden und Emden bis in die Niederlande wird. Für Bürger der Stadt Gelsenkirchen wird dann der Eintritt frei sein. Papenburg im Emsland ist 217 Kilometer von Gelsenkirchen entfernt. Die Stadt Gelsenkirchen verkauft nach eigenen Angaben die Walcker-Orgel zu einem symbolischen Preis von einem Euro an die Pfarrei St. Antonius in Papenburg.

Der Ausschuss für Kultur hatte die Verwaltung im Juni vergangenen Jahres beauftragt, Verhandlungen über den Verkauf der restaurierten Orgel zu führen. Die Suche nach einem neuen Standort erwies sich allerdings aufgrund fehlender Sponsoren oder öffentlicher Fördergelder als schwierig, wie die Stadt Gelsenkirchen schilderte.

"Wir fühlen uns dem Instrument verpflichtet und haben gleichzeitig eine Verantwortung vor ihm und vor den Menschen, die viel Kreativität und Arbeit in den Bau und die Restaurierung der Orgel gesteckt haben", erläuterte der Leiter des Kulturreferats, Volker Bandelow. Mit der Papenburger Pfarrkirche sein ein passender Raum gefunden worden, "vielleicht sogar mit besserem Klang als dies zuletzt im alten Hans-Sachs-Haus der Fall war und gleichzeitig in erreichbarer Nähe für Gelsenkirchener Orgelliebhaber". Die katholische Kirchengemeinde St. Antonius in Papenburg trage die Kosten für Umbau, Einbau und Intonation in Höhe von einer Million Euro, hieß es.

Um bilanziellen Schaden für die Stadt Gelsenkirchen zu vermeiden, wurde vertraglich vorgesehen, dass die Orgel solange im Eigentum der Stadt Gelsenkirchen bleibt, bis sie zum 1. Januar 2056 abgeschrieben sein wird. Die Kirchengemeinde Papenburg wird im Gegenzug bereits ab Besitzübergabe die Nutzungsrechte erhalten sowie sämtliche Rechte und Pflichten sowie eventuell entstehende Folgekosten tragen. (8108/18.04.17)