Umwelt
Diese Teenager versuchen bei der Messe „Global Learning“ in Nürnberg (14.03.2017) gerade, den Lebensweg eines Smartphones nachzuvollziehen.
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Niedersachsens Landesregierung mit neuer Nachhaltigkeitsstrategie
Lüneburg, Hannover (epd). Die niedersächsische Landesregierung will künftig bei allen Entscheidungen neben der Wirtschaftlichkeit auch den Schutz der Natur und die soziale Gerechtigkeit berücksichtigen. Der traditionelle Versuch, die Entwicklung einer Gesellschaft ausschließlich mit dem statistischen Wert des Bruttoinlandsproduktes zu beschreiben, sei nicht zielführend, sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am Montag in Lüneburg bei der Vorstellung der neuen Nachhaltigkeitsstrategie. Das Kabinett hatte die Strategie im Mai beschlossen.

"Das Bruttoinlandsprodukt ist blind für gesellschaftliche Fehlentwicklungen", sagte Wenzel und ergänzte: "Wer sich dem Wohlergehen künftiger Generationen verpflichtet fühlt, muss zugleich die Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Blick haben."

Niedersachsen entwickle sich etwa in den Bereichen Wirtschaft und Ökologie in entgegensetzte Richtungen, beklagte der Umweltminister. Während die Wirtschaftskraft weiter wachse, seien bei der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren bedrohliche Rückgänge zu verzeichnen. Künftige Wohlfahrtsindikatoren müssten die Entwicklung der Gesellschaft ganzheitlich abbilden.

In einer 150-seitigen Broschüre seien 26 Handlungsfelder aufgeführt, die in den kommenden zwei Jahren untersucht werden sollten. Dazu gehörten etwa der Anteil der erneuerbaren Energien, die Wasserqualität, der Bildungsstand der Bevölkerung und die Arbeitslosenquote. Dann solle eine erste Bilanz erarbeitet werden, die Fehlentwicklungen und dringenden Handlungsbedarf aufzeige. (6093/26.06.17)