Kultur
Jugendstrafanstalt Berlin
© epd-bild / Andreas Hampel
Ministerin eröffnet Anne-Frank-Ausstellung in Jugendstrafanstalt
Hameln (epd). Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) hat am Donnerstag eine Anne Frank-Wanderausstellung in der Jugendhaftanstalt in Hameln eröffnet. Von Montag an bis zum 7. April führen dort 20 junge Gefangene jugendliche Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung, wie das niedersächsische Justizministerium am Donnerstag mitteilte. Die sogenannten "Peer Guides" seien eigens durch Pädagogen des Anne Frank Zentrums in Berlin ausgebildet worden.

Die Schau zeigt die Lebensgeschichte des jüdischen Mädchens Anne Frank, die im März 1945 mit 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen bei Celle ums Leben kam. Zuvor hatte sie ab Juli 1942 mit ihrer Familie in einem versteckten Hinterhaus in Amsterdam gelebt. Dort hielt Anne Frank ihre Erlebnisse und Gedanken in einem Tagebuch fest, das nach dem Krieg veröffentlicht wurde und sie weltbekannt machte.

"Was wir hier erleben ist ein Paradebeispiel für gelebte Opferorientierung im Justizvollzug", sagte Ministerin Niewisch-Lennartz, die die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernommen hat. "Wir wollen die Gefangenen darin unterstützen, sich um eine Wiedergutmachung gegenüber den Opfern, aber auch gegenüber der Gesellschaft zu bemühen." Die Peer Guides leisteten einen aktiven Beitrag zur Förderung der Demokratie und zur Radikalisierungsprävention.

Die Wanderausstellung des Anne Frank Hauses Amsterdam und des Anne Frank Zentrums Berlin steht unter dem Motto "Lasst mich ich selbst sein". Sie richtet sich vor allem an Jugendgruppen und Schüler ab der 9. Klasse und kann nach vorheriger Anmeldung besucht werden. Die Schau stellt auch Initiativen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus vor und geht der Frage nach, wie die Gesellschaft diesen radikalen Einstellungen heute begegnen kann. Die Jugendanstalt Hameln ist mit 793 Haftplätzen die größte Jugendstrafanstalt in Deutschland. (6228/16.03.17)