Ethik
Minister Althusmann: Wirtschaft kann weiteren Feiertag verkraften
Hannover (epd). Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat die Entscheidung, den Reformationstag zum Feiertag in Niedersachsen zu machen, gegen Kritik aus der Wirtschaft verteidigt. "Wenn ich Bayern mit dreizehn Feiertagen sehe und Niedersachsen mit derzeit neun, kann ein zusätzlicher Feiertag nicht wirklich einen Standortnachteil bedeuten", sagte Althusmann der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Montag).

Die wirtschaftlichen Auswirkungen eines weiteren Feiertages werden nach seinen Worten voraussichtlich bei rund 0,12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen. Das aktuelle Wachstum kompensiere dies aber, sagte der Minister. Wichtig sei, "dass wir einen gemeinsamen norddeutschen Feiertag bekommen, der nicht immer auf einen Werktag fällt, übrigens 2020 auf einen Samstag".

Nach Auffassung von Althusmann gibt es gute Gründe, den Reformationstag zum Feiertag zu machen. Gerade in Zeiten großer Unsicherheiten sei es wichtig, sich auf die christlichen Werte zu besinnen. "Auf das, was uns zusammenhält. Da ist der Reformationstag ein guter und ermutigender Tag."

Die Entscheidung der Landesregierung, mit der sich der niedersächsische Landtag am Mittwoch erstmals befassen will, war zum Teil auf große Kritik gestoßen - neben der Wirtschaft lehnten die jüdischen Gemeinden, aber auch etliche Landespolitiker der Opposition das Vorhaben ab. FDP-Landeschef Stefan Birkner sagte der Zeitung, Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sei nicht besser als Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU): "Der eine instrumentalisiert das Kreuz, der andere den Reformationstag." (4035/14.05.18)