Ethik
Menschenrechtler fordert UNO zum Handeln in Rohingya-Krise auf
Göttingen (epd). Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert eine Sondersitzung des Weltsicherheitsrates zur Rohingya-Krise in Birma. "Die Flüchtlingszahlen explodieren regelrecht, Südostasien ist im Aufruhr wegen des Rohingya-Flüchtlingsdramas", sagte der Direktor der Menschenrechtsorganisation, Ulrich Delius, am Montag in Göttingen.

Die internationale Staatengemeinschaft müsse handeln, um einen noch größeren Exodus von Angehörigen der muslimischen Minderheit aus Birma zu verhindern. Mit 300.000 neuen Flüchtlingen in nur 15 Tagen gelte der Rohingya-Konflikt als eine der schlimmsten humanitären Krisen der jüngsten Zeit.

Ende August hatten Kämpfe zwischen Birmas Armee und Rohingya-Rebellen begonnen, die mehr Rechte für die benachteiligte Volksgruppe verlangen. Bei den Auseinandersetzungen sollen bisher Hunderte Menschen getötet worden sein, darunter auch viele Zivilsten. Nach Medienberichten wurden auch zahlreiche Rohingya-Dörfer zerstört. Viele Rohingya sind ins benachbarte Bangladesch geflohen, in diesem Land leben mehrheitlich Muslime.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen dürfe sich dieses Mal nicht auf einfache Appelle zur Zurückhaltung an alle Konfliktparteien beschränken, forderte Delius. Birmas Regierung müsse unverzüglich nach einer glaubwürdigen politischen Lösung des Konflikts suchen und jede Repression gegen die Zivilbevölkerung unterlassen.

Der Weltsicherheitsrat hatte sich auf Antrag Großbritanniens bereits am 30. August mit der jüngsten Eskalation des Rohingya-Konflikts beschäftigt. Damals beließ er es bei einem Appell an die Konfliktparteien. Inzwischen drängten viele Regierungen in Südasien auf ein entschiedeneres Vorgehen der Vereinten Nationen, sagte Delius. 1119/11.09.17)