Soziales
Holzminden: Stadt prüft Geld-Fund von Flüchtlingsfamilie
Holzminden (epd). Die Stadt Holzminden untersucht derzeit, ob eine Flüchtlingsfamilie rund 14.000 D-Mark behalten darf, die sie Mitte Mai in einem zugeknöpften Bettbezug entdeckt hatte. Die Familie habe die Bettwäsche bei der Holzmindener Tafel erworben und das Geld als Fundsache abgegeben, sagte Bernd Gill von der Stadt am Donnerstag dem epd. Kurz vor Ablauf einer halbjährigen Frist, in der sich ein rechtmäßiger Eigentümer melden oder ermittelt werden kann, habe nun die Tafel einen Anspruch auf Eigentum gestellt.

Die Rechtsabteilung prüfe, ob die Tafel zum rechtmäßigen Eigentümer geworden sei oder ob der Geldbetrag von rund 7.160 Euro als Fundsache der aus Syrien stammenden Familie zugesprochen werde. Wie lange diese Untersuchung dauern werde, sei derzeit nicht absehbar, sagte Christina Augustin von der Rechtsabteilung der Stadt. Der Fall sei nicht einfach, da das Geld durch mehrere Hände gegangen sei.

Die Familie habe das Geld im Mai bei der Polizei abgegeben und dort geschildert, der Betrag sei beim Auseinanderfalten der Bettwäsche herausgefallen, sagte Gill. Bereits im Mai sei auch die Tafel über den Fall informiert worden. Anfang Oktober habe die Tafel dann Anspruch auf das Geld erhoben.

Der Leiter der Holzmindener Tafel, Bernward Horn, sagte gegenüber dem NDR, ihm sei es auch am liebsten, wenn der rechtmäßige Eigentümer gefunden werde. Als gemeinnützige Einrichtung könne die Tafel aber nicht auf das Geld verzichten. "Wir wollen uns nicht bereichern. Wir können nicht anders." Bisher habe die Tafel den Fall als Sache des Fundbüros gesehen. (9112/09.11.17)