Soziales
Einsatz der 13. Crew der Sea Watch-2 am 27.10.16 im Mittelmeer (Foto: Crew-Mitglieder versorgen die Fluechtlinge auf dem Schlauchboot mit Rettungswesten).
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Helfer kritisieren EU-Unterstützung für libysche Küstenwache
Bremen (epd). Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" hat die Europäische Union aufgefordert, die Unterstützung für die libysche Küstenwache zu beenden. Die libysche Behörde werde immer besser ausgerüstet, damit sie in der Lage sei, Flüchtende zu stoppen und nach Libyen zurückzubringen, kritisierte Stefan Dold von "Ärzte ohne Grenzen" in einem Gastbeitrag für den Bremer "Weserkurier" (Montag). In diesem Jahr seien auf diese Weise laut der Internationalen Organisation für Migration schon mehr als 12.000 Menschen zurückgeschickt worden.

In den libyschen Lagern würden Flüchtlinge gefoltert, zur Prostitution gezwungen und oft monatelang unter katastrophalen Bedingungen eingesperrt, berichtete Dold. Europäische Schiffe dürften Gerettete laut internationalem Recht nicht nach Libyen zurückbringen, weil dort ihr Leben und ihre Gesundheit in Gefahr seien. Wenn die EU nun stattdessen die libysche Küstenwache diese Arbeit machen lasse, zeige sie, dass der Schutz von Menschen auf der Flucht vor extremer Gewalt für sie keine Rolle mehr spiele. Es komme nur noch darauf an, die Zahl der in Europa ankommenden Flüchtlinge zu reduzieren. Diese Praxis "verwehrt Tausenden einen Fluchtweg aus der Hölle der libyschen Lager". (1049/21.08.17)