Ethik
Gedenkstättenstiftung trauert um Sam Bloch
Celle (epd). Der Holocaust-Überlebende und langjährige Vorsitzende des Beirates der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Sam Bloch, ist tot. Bloch starb am Sonntag in New York, wie die Stiftung am Montag mitteilte. "Mit Sam Bloch verliert die Stiftung einen wichtigen Impulsgeber. Seine Stimme wird fehlen."

Sam Bloch wurde 1924 in Polen geboren, hieß es. Den Holocaust überlebte er unter jüdischen Partisanen in Weißrussland. Nach Kriegsende gelangte er in das jüdische Displaced-Persons-Camp Bergen-Belsen, in dessen Selbstverwaltung er hohe Funktionen wahrnahm. In dem Camp warteten nach der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen heimatlos gewordene Überlebende zumeist auf die Möglichkeit einer Ausreise aus Deutschland.

Bloch emigrierte den Angaben zufolge in die USA. Er engagierte sich in Überlebendenverbänden und mit der Herausgabe von Publikationen. Seit Anfang der 1990er Jahre verband ihn eine enge Beziehung zur Gedenkstätte Bergen-Belsen. 2004 wurde er mit Gründung der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten zum ersten Vorsitzenden ihres Stiftungsbeirats gewählt.

Die vom Land Niedersachsen geförderte Stiftung öffentlichen Rechts dient zur Erforschung und Verbreitung des Wissens über das historische Geschehen in den Jahren 1933 bis 1945. Darüber hinaus widmet sie sich der Erhaltung der dafür in Niedersachsen errichteten Gedenkstätten und ist Trägerin der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen und der Gedenkstätte der JVA Wolfenbüttel. (5178/05.02.18)