Umwelt
Forscher helfen Obstbauern gegen eingewanderte Insekten
Osnabrück, Aachen (epd). Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt will gemeinsam mit Wissenschaftlern und Maschinenbauern der für den Obstanbau gefährlichen Kirschessigfliege mit der biologischen Keule zu Leibe rücken. Forscher der Universität Hohenheim und die Firma 3win Maschinenbau in Aachen entwickeln derzeit eine Falle, die die Fliege mit Duft und Licht anlockt und mit einem kurzen Stromschlag abtötet, teilte die Stiftung am Mittwoch mit. Das aus Asien eingewanderte Insekt versetze Winzer und Obstbauern seit 2009 in Schrecken. Seine hohe Vermehrungsrate und Vorliebe für viele Obstsorten hätten es zu einem der gefährlichsten Schädlinge Europas gemacht. Die Stiftung fördert das Projekt mit 300.000 Euro.

Im Jahr 2014 sei es durch die Kirschessigfliege in Deutschland zu massiven Ernteverlusten gekommen, sagte der stellvertretende Generalsekretär Werner Wahmhoff. Schon heute änderten Obstbauern und Winzer deswegen ihre Anbaugewohnheiten. In Südeuropa würden die gefährdeten Herbsthimbeeren bereits nicht mehr angebaut. Bisherige Ansätze, die Schädlinge zu bekämpfen, seien nicht zufriedenstellend. Bekannte Abwehrstoffe zeigten nicht die gewünschte Wirkung. Wirksame Bekämpfungsmittel gefährdeten hingegen auch nützliche Insekten wie Bienen.

Die neue umweltschonende Falle töte die Kirschessigfliege, verschone aber andere Tiere. An der Testphase beteiligten sich mehrere Betriebe, betonte Wahmhoff. Das zeige, dass eine wirksame Bekämpfung für die Obstbauern von zentraler Bedeutung sei: "Mit solchen Projekten wollen wir helfen, Boden, Biodiversität und Gewässerqualität zu sichern und dem Erwerbsobstbau Zukunftsperspektiven zu sichern." (8058/08.11.17)