Ethik
Pastor Jens-Arne Edelmann (M.) steht am 18.07.17 mit Dorfbewohnern und hier untergebrachten Fluechtlingen vor der evangelischen St. Marienkirche in Wollershausen im Harz.
© epd-bild / Hubert Jelinek
Forscher: Grundlagen für Integration bereits in Unterkünften legen
Göttingen (epd). Die Bedingungen für die Integration von Flüchtlingen sollten nach Ansicht Göttinger Wissenschaftler bereits in den Unterkünften geschaffen werden. Zurzeit seien die Startbedingungen für die geflüchteten Menschen in den verschiedenen Einrichtungen sehr unterschiedlich, sagte am Montag der Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, Steven Vertovec. Dadurch könnten einige Geflüchtete sehr viel schneller an gesellschaftlichen Prozessen teilhaben als andere.

Die Max-Planck-Forscher hatten in einer von der Volkswagen-Stiftung finanzierten Studie zahlreiche Flüchtlingsunterkünfte in Göttingen untersucht. Dabei prüften die Wissenschaftler unter anderem die Wohnsituation, die Verpflegung, finanzielle Unterstützung, Gesundheit und Rechtsberatung. In der Universitätsstadt waren Ende 2016 knapp 1.500 Asylsuchende und 81 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht - das waren viermal mehr als 2014. Die Unterkünfte und Wohnheime werden von unterschiedlichen Trägern betrieben.

Die Studie liefert Vertovec zufolge wichtige Hinweise, wie die Angebote künftig besser auf die Bedürfnisse einzelner Geflüchteter abzustimmen seien. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, die Prozesse bei der Unterbringung künftig fairer und reibungsloser zu gestalten. So sei man "gut vorbereitet, wenn wieder verstärkt Geflüchtete nach Deutschland kommen". (1030/21.08.17)