Soziales
Fotoapparat in der Berliner Sammlung Industrielle Gestaltung mit etwa 160.000 Alltagsgegenständen und Designobjekten aus der SBZ/DDR (Foto vom 07.11.2012).
© epd-bild / Rolf Zöllner
Ehemals obdachlose Fotografin stellt in Hannovers Marktkirche aus
Hannover (epd). Die hannoversche Fotografin Karin Powser dokumentiert seit mehr als 30 Jahren das Schicksal obdachloser Menschen. Mit ihrer Ausstellung "Keine Gnade auf der Straße" in Hannovers Marktkirche kehre die ehemals selbst wohnungslose Künstlerin jetzt an den Anfang ihrer Karriere zurück, teilte der evangelische Stadtkirchenverband am Donnerstag mit. Auf den zum Teil lebensgroßen Bildern zeige sie von Freitag an Treffpunkte und Anlaufstellen wohnungsloser Menschen in Berlin aus den Jahren 1992 und 2015. Es seien die gleichen Orte, an denen damals wie heute Menschen ohne festen Wohnsitz versuchten, ihren Alltag zu bestreiten.

Das Ergebnis sei erschütternd, weil das Elend auf der Straße immer noch vorhanden sei, hieß es. Inzwischen bestimme eine neue Generation obdachloser Menschen die Szene. Mit ihren Bildern berühre die 68-jährige Fotografin Schamgrenzen und bleibe dennoch auf der Seite der Schwachen: "Ihre Bilder bedienen keinen medialen Voyeurismus, sondern fordern vom Betrachter Solidarität mit den Wohnungslosen."

Powser lebte von 1971 bis 1984 auf der Straße. Seitdem hat sie wieder eine Wohnung in Hannover. Powser war ehrenamtliche Mitarbeiterin im diakonischen Kontaktladen "Mecki", einer Anlaufstelle für Wohnungslose, und viele Jahre Fotografin für das Straßenmagazin "Asphalt".

Die Ausstellung ist bis einschließlich Dienstag täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am Sonnabend um 18 Uhr lädt die Marktkirchen-Gemeinde zu dem Chorkonzert "Arm und Reich" mit dem Chor "Capella St. Crucis" ein. (8243/18.05.17)