Umwelt
In Berlin haben sich am 29.11.15 mehrere tausend Menschen zu einer Grossdemonstration für wirksame Schritte gegen den Klimawandel versammelt.
© epd-bild / Rolf Zoellner
DBU: Flucht und Migration sind auch Folge des Klimawandels
Osnabrück, Berlin (epd). Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) begrüßt die Forderung von mehr als 100 Bundesverdienstkreuz-Trägern, eine Enquete-Kommission zur Bekämpfung der weltweiten Fluchtursachen einzusetzen. "Die aktuellen Probleme der Gesellschaft mit Flucht, Migration und Integration sind auch eine Folge unserer Lebens- und Wirtschaftsform", sagte DBU-Generalsekretär Heinrich Bottermann am Mittwoch in Osnabrück. Neben Krieg und Unruhen löse der von Menschen verursachte Klimawandel Fluchtbewegungen aus.

Es sei wichtig, global gedachte Ansätze wie das Pariser Klimaschutz-Abkommen lokal weiterzudenken und konkret zu handeln, sagte Bottermann. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hatten Anfang April den Deutschen Bundestag dazu aufgefordert, eine Enquete-Kommission "Fluchtursachen" zu gründen. Die Kommission solle untersuchen, wie Deutschland weltweit zu Fluchtursachen beitrage. Sie könne Maßnahmen sowie gesetzliche Initiativen vorschlagen, wie dies vermieden werden könne, heißt es in dem Aufruf.

Zu den Unterzeichnern gehören Bottermann zufolge zahlreiche Menschen, die in den vergangenen Jahren mit dem Deutschen Umweltpreis der DBU ausgezeichnet worden sind. Dazu zählen unter anderem der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber und der Biologe und erste Preisträger Wolfgang Haber. Die DBU habe seit Herbst 2015 mehr als 2,5 Millionen Euro für das Thema Umwelt und Flüchtlinge bereitgestellt, betonte der Generalsekretär. Damit seien etwa junge Geflüchtete mit Stipendien unterstützt und Flüchtlingsunterkünfte nachhaltiger gestaltet worden. Weltweit sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen auf Flucht.

Bei der Enquete-Initiative handelt es sich den Angaben zufolge in der Geschichte der Bundesrepublik um den ersten Zusammenschluss von Bundesverdienstkreuzträgern. Zu den Unterzeichnern des Aufrufs zählen unter anderem die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und frühere EKD-Ratsvorsitzende, Margot Käßmann, und der frühere EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber. (2185/12.04.17)