Kirche
Bischof Bode: In der Politik das Ganze im Auge behalten
Hannover, Osnabrück (epd). Der Osnabrücker katholische Bischof Franz-Josef Bode hat die Abgeordneten des neuen niedersächsischen Landtags aufgerufen, bei ihrer Arbeit das große Ganze in Welt und Gesellschaft im Auge zu behalten. "Das Staunen vor dem Ganzen dürfen wir nicht verlieren, damit wir uns nicht in den Kleinkariertheiten des Alltags verstricken", sagte er am Dienstag in einem Gottesdienst anlässlich der ersten Sitzung des im Oktober gewählten Parlaments. Wer den Blick auf das Ganze verliere, sei der weiten politischen Sicht der Dinge nicht gewachsen und springe in seinen Überlegungen zu kurz, betonte Bode laut Redemanuskript.

Grundlage aller Politik sei die unantastbare Würde des Menschen, mahnte der Bischof in der evangelischen Marktkirche. Daraus ergebe sich die "hohe Verantwortung", die Schöpfung und das Sozialwesen verantwortlich zu pflegen und zu gestalten. Politik müsse bei den "Kleinsten und Schwächsten" der Gesellschaft ansetzen, sonst sei sie weder gedeihlich noch zukunftsträchtig. Der ökumenische Gottesdienst der Konföderation evangelischer Kirchen und des Katholischen Büros Niedersachsen wurde vom evangelischen Landesbischof Christoph Meyns aus der braunschweigischen Landeskirche mitgestaltet.

Zum neuen Landtag gehören 137 Abgeordnete: 55 der SPD, 50 der CDU, zwölf der Grünen, elf der FDP und erstmals neun der AfD. SPD und CDU verhandeln derzeit über die Bildung einer Großen Koalition. Die SPD schlug als stärkste Fraktion die Göttinger Abgeordnete Gabriele Andretta für das Amt der neuen Landtagspräsidentin vor. Das Parlament tagte erstmals im komplett sanierten Plenarsaal im Leineschloss. (4065/14.11.17)

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