Umwelt
Honigbienen bauen eine Wabe (Foto undatiert). Den Honigbienen geht die Nahrung aus. Parasiten und intensive Landwirtschaft machen den Bienen zu schaffen. Siehe epd-Gespraech vom 30.06.2017.
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Bienenexperte: Honig am besten vom Imker "um die Ecke"
Celle (epd). Den besten Honig gibt es nach Ansicht von Werner von der Ohe bei einem Imker in der Nähe. "Je kürzer die Wege und je weniger Bearbeitungsschritte vom Ernten aus dem Bienenvolk bis zum Käufer, umso besser", sagte der Leiter des Instituts für Bienenkunde in Celle dem Evangelischen Pressedienst (epd) anlässlich des "Tages der deutschen Imkerei" an diesem Wochenende.

Die Imkerei werde heute aber weitgehend nur noch als Hobby oder Nebenerwerb betrieben. Derzeit gebe es in Niedersachsen bei rund 13.000 Imkern nur etwas mehr als zehn Berufsimker. Immer mehr Menschen interessierten sich aber für die Haltung von Bienen. Zum Imker werden könne prinzipiell jeder, sagte von der Ohe.

Allerdings sollten Anfänger zunächst einem Imker in der Nähe bei der Arbeit über die Schulter schauen. So könne jeder testen, ob er "bienentauglich" ist, sagte der Experte. "Sollte sich der Test als positiv herausstellen, beginnt man am besten mit dem Erwerb von zwei Bienenvölkern im kommenden Frühjahr." Pro Bienenvolk würden zwischen 150 und 250 Euro fällig. Spätestens mit Start der Imkerei sollte ein Hobbyimker auf jeden Fall Fortbildungskurse belegen. "Imkerei ist zeitintensiv und es ist nicht damit getan, sich ein Bienenvolk in den Garten zu stellen."

Bienen seien vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Aktuell sei vor allem die sogenannte "Varroose" eine Gefahr, sagte der Bienenexperte. Schon im vergangenen Winter seien zahlreiche Bienen durch den Befall mit der Varroa-Milbe verendet. Und selbst gesunde Bienen, fänden auf dem Land im Sommer oft nicht mehr genügend Nährpflanzen.

Bürger und Kommunen könnten den Insekten allerdings helfen. Im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums habe das Celler Institut vor einigen Jahren eine Liste von Balkon- und Gartenpflanzen erstellt, die für Bienen attraktiv seien. "Aus diesem Pflanzenlexikon ist auch eine App entstanden. Hier finden sowohl Kleingärtner als auch Grünflächenämter Anregungen." (0049/30.06.17)

epd-Gespräch: Björn Schlüter