Umwelt
Böllern auch in den Nationalparks verboten
Mehrere Kommunen untersagen Feuerwerk wegen Brandgefahr
St. Andreasberg (epd). In den Nationalparks Harz und Niedersächsisches Wattenmeer ist zum Schutz der Natur das Abbrennen von Feuerwerkskörpern untersagt. Das Verbot gelte nicht nur an Silvester, sondern für das ganze Jahr, betonte an Weihnachten der Sprecher der Nationalparkverwaltung Harz, Friedhart Knolle.

Für die im Winter ohnehin oft am Limit befindliche Tierwelt seien sowohl das Knallen als auch die Licht- und Blendwirkung von Feuerwerkskörpern ernstzunehmende Gefährdungen. "Die Blendwirkung von Feuerwerksraketen kann bei Vögeln sogar zu einem Verlust des Orientierungsvermögens führen", sagte Knolle. Im Wattenmeer überwintern Tausende Ringelgänse und andere Rastvögel.

Zuvor hatten bereits mehrere niedersächsische Kommunen wegen Brandgefahr das Böllern zum Jahreswechsel in ihren Innenstädten verboten. Dazu zählen unter anderem Göttingen, Lüneburg, Goslar, Osterode und Northeim. Schon seit 2009 ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie von Reetdach- und Fachwerkhäusern untersagt. Auf der Nordseeinsel Spiekeroog gilt ebenfalls ein ganzjähriges Böllerverbot.

Das Lärmen an Silvester hat eine lange Tradition. Schon im frühen Mittelalter nahmen die Bürger Rasseln, Töpfe und andere Gegenstände, um böse Geister zu vertreiben. Ab dem 10. Jahrhundert kamen Kirchenglocken, Pauken und Trompeten hinzu, später auch das Abfeuern von Gewehren und Kanonen. Um dem Gegner Furcht einzuflößen, wurde Feuerwerk auch im Krieg eingesetzt.

Anfang des 20. Jahrhundert setzte die Massenproduktion von Feuerwerkskörpern ein. Dem Umweltbundesamt zufolge werden jedes Jahr durch das Abbrennen von Raketen, Knallfröschen und anderem Feuerwerk 4.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Nach Angaben des evangelischen Hilfswerks "Brot für die Welt" werden allein in Deutschland zu Silvester jährlich mehr als 100 Millionen Euro für Feuerwerk ausgegeben.

Seit Beginn der 1980er Jahre gibt es Aufrufe, auf das Feuerwerk zu verzichten und das Geld stattdessen für einen wohltätigen Zweck zu spenden. So sammeln christliche Initiativen unter dem Motto "Brot statt Böller" Geld für Projekte gegen Hunger oder mit Straßenkindern. (6123/26.12.17)