Kultur
Auf dem Weg zur Skulptur
Bremer Ausstellung zeigt Zeichnungen des Bildhauers Gerhard Marcks
Bremen (epd). Die Bedeutung von Zeichnungen in der Arbeit des Bildhauers sind das Thema einer Sonderausstellung, die von Sonntag an im Bremer Gerhard-Marcks-Haus zu sehen ist. Unter dem Titel "Der Bildhauer denkt" sind Zeichnungen des Bildhauers Gerhard Marcks (1889-1981) zu sehen, sagte Museumsdirektor Arie Hartog am Donnerstag. Sie zeigten die Perspektive des Nachdenkens: "Marcks zeichnete nach dem Modell, arbeitete seine Plastiken aber immer ohne Modell. Die Zeichnung wurde damit zum wesentlichen Zwischenschritt zwischen dem Naturvorbild und dem Kunstwerk."

Mit 500 Skulpturen, 2.000 Druckgrafik-Blättern und 13.000 Zeichnungen besitzt das Gerhard-Marcks-Haus eine der größten Sammlungen in Europa, die einem Künstler gewidmet ist. Während der kürzlich abgeschlossenen etwa einjährigen Umbauphase des Museums wurde der größte Teil der Zeichnungssammlung von den Mitarbeitern digitalisiert und ist nun für die Öffentlichkeit online zugänglich.

"Das Projekt diente als Ausgangspunkt für die Ausstellung", sagte Hartog. In sechs Räumen werden nun sechs unterschiedliche Perspektiven zur Funktion der Zeichnung im Werk von Marcks präsentiert, die zusammen die Vielseitigkeit der zeichnerischen Arbeit des Bildhauers sichtbar machen. "Sie sind näher an der Natur als die Plastiken und zeigen gleichzeitig, wie der Künstler in der Wirklichkeit seine plastischen Motive fand."

Zeitgleich präsentiert das Museum zwei weitere Ausstellungen: Im Obergeschoss sind unter dem Titel "Vom Zoo zur Safari" Tierskulpturen von Marcks und Zeitgenossen wie Waldemar Grzimek, Edzard Hobbing, Gerhart Schreiter und Richard Scheibe zu sehen. Im Pavillon des Hauses werden Arbeiten der Bremerin Susanne Bollenhagen gezeigt, die sich seit 25 Jahren mit Ornamentformen aus verschiedenen Kulturen und aus der Architektur beschäftigt. (9096/09.02.17)