Politik
Präventionsnetzwerk gegen Islamismus weitet Arbeit aus
Kassel (epd). Eine Zweigstelle des Präventionsnetzwerkes "Violence Prevention Network" (VPN) ist am 20. September vom hessischen Innenminister Peter Beuth (CDU) in Kassel eröffnet worden. Damit sei die sehr erfolgreiche Arbeit des Netzwerks gegen den Salafismus nun auch in Nordhessen mit einem Team vertreten, sagte Beuth. Derzeit gebe es in Hessen rund 1.650 Salafisten, ein Drittel davon sei gewaltbereit. Neben der Prävention solle auch die Polizei aufgestockt werden.

137 Radikalisierten habe durch das Netzwerk bisher geholfen werden können, so Beuth weiter. Das 2014 in Frankfurt gegründete Netzwerk habe zudem 147 Angehörige beraten und 173 Workshops an Schulen veranstaltet. Für die Extremismusprävention stelle die Landesregierung rund 4,6 Millionen Euro zur Verfügung, 2018 solle der Betrag noch einmal um eine halbe Million Euro aufgestockt werden.

Thomas Mücke, Geschäftsführer von VPN, hob hervor, dass es sich bei dem Netzwerk nicht um ein Aussteigerprojekt handele. Es gelte vielmehr, eine Radikalisierung Jugendlicher aufgrund von Hinweisen aus deren Freundeskreis oder von Angehörigen zu verhindern. Eine der gefährlichsten Personen des salafistischen Extremismus sei derzeit der Prediger Pierre Vogel, der die Medien geschickt zu nutzen wisse.

Das VPN ist eine Anlaufstelle für Jugendliche, Eltern und Fachleute mit Fragen zum Thema religiöser Extremismus. Das Netzwerk bietet Maßnahmen zu Prävention, Intervention und Deradikalisierung an. In ihm arbeiten Fachleute mit Kenntnissen unter anderem in Pädagogik und Religion. Es werden auch Fortbildungen angeboten. Da Netzwerk ist aktuell in sieben Bundesländern mit acht Beratungsstellen vertreten. In Hessen zählt VPN jetzt 18 Mitarbeiter.

Internet: www.violence-prevention-network.de

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