Kirche
Mitgliederschwund in beiden großen Kirchen gebremst
Mehr Taufen in der EKHN und in der Diözese Limburg - Wenig Bewegung in Fulda
Darmstadt, Kassel, Limburg, Fulda (epd). Nach dem Einbruch 2014 hat sich 2016 in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) die Zahl der Austritte wieder auf hohem Niveau stabilisiert. Im Vorjahr kehrten 13.882 Mitglieder der Landeskirche den Rücken. Das waren rund 1.700 Austritte weniger gewesen als 2015 (15.592) und knapp 6.000 weniger als 2014 (19.705), wie die EKHN am 21. Juli in Darmstadt mitteilte. Für die Austrittswelle 2014 hatte die EKHN die Finanzaffäre um den früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und die Einführung eines neuen Einzugsverfahrens bei der Kirchensteuer auf Kapitalerträge verantwortlich gemacht.

Nach dem statistischen Jahresbericht ließen sich 2016 in der EKHN 1.473 Erwachsene taufen (2015: 1.070). Auch die Zahl der Kindertaufen nahm mit 11.771 gegenüber 11.433 im Vorjahr zu. Insgesamt traten in die Landeskirche 3.361 Erwachsene ein, das waren 100 Personen mehr als 2015. Rückläufig war dagegen 2016 die Zahl der Bestattungen: 20.430 gegenüber 21.905 im Jahr 2015. Insgesamt hatte die EKHN Ende Dezember 2016 rund 1,58 Millionen Mitglieder und damit 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr (1,6 Millionen).

Der nordhessischen Schwesterkirche, der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), gehörten zum Jahresende 2016 noch 829.678 Menschen an. Ihre Zahl verringerte sich gegenüber dem Vorjahr (843.970) um 1,7 Prozent, wie die EKKW in Kassel mitteilte. 4.777 Mitglieder traten aus (2015: 5.384) und 1.308 Personen wurden neu aufgenommen (1.038). Kindertaufen gab es 6.118 (6.303). Hauptursache für den Rückgang der Gemeindegliederzahlen war ebenso wie in der EKHN die große Zahl der Sterbefälle (11.514).

Auch im Bistum Limburg haben sich 2016 die Austrittszahlen wieder auf dem Niveau der Jahre 2012 und 2013 einpendelt. 2016 erklärten 5.387 Frauen und Männer ihren Austritt aus der katholischen Kirche, 2015 waren es noch 6.172 und im Jahr davor 7.911 Personen gewesen. Nach der kirchlichen Statistik lebten Ende vergangenen Jahres 102.818 Katholiken anderer Muttersprache in der Diözese Limburg, 811 mehr als im Vorjahr. 3.946 Kinder wurden getauft (plus 89). Übertritte gab es 91, wiederaufgenommen wurden 251 Personen und damit vier weniger als 2015. Aktuell leben damit etwa 630.00 Katholiken im Bistum.

Im Bistum Fulda gab es bei den Mitgliederzahlen in den vergangenen Jahren nur wenig Bewegung. Auch 2016 blieben sie weitgehend stabil. Im Vorjahr erklärten 2.329 Personen ihren Austritt, 336 weniger als 2015. Auf der anderen Seite gab es 2.516 Taufen (2015: 2.568), 78 (2015: 96) Wiederaufnahmen und 75 (2015: 50) Eintritte. Außerdem wurden 4.067 Menschen kirchlich bestattet (2015: 4.257). Insgesamt lebten Ende 2016 in der Diözese 392.951 Katholiken, das sind 1.742 Gläubige weniger als 2015.

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