Soziales
Ministerin: Projekt Gemeindeschwester plus wird ausgeweitet
Mainz (epd). Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) will das 2015 gestartete Modellprojekt Gemeindeschwester plus fortführen. Das Angebot solle auf weitere Kreise und Städte ausgedehnt werden, sagte sie in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass mit dem Projekt verbundenen Hoffnungen erfüllt würden. Entscheidend sei aber, ob die Arbeit auch nach Ende der Modellphase 2018 weiter finanziert werden könne. "Im Moment übernimmt das Land die Kosten zu 100 Prozent", sagte die Ministerin. "Das werden wir nicht leisten können, wenn wir das Projekt auf alle Kommunen ausweiten wollen."

Das Land hoffe daher, dass auch Kommunen und Pflegekassen vom Nutzen der Gemeindeschwester plus überzeugt werden können. Die Arbeit der Gemeindeschwester plus nutze auch dem Solidarsystem der Pflegeversicherung, sagte Bätzing-Lichtenthäler: "Durch sie kann Pflege verhindert oder Pflegebedürftigkeit hinausgezögert werden."

Die Ministerin räumte ein, dass es beim Start des Projekts auch viele Vorbehalte gegeben habe, weil Kritiker Doppelstrukturen und eine Konkurrenz zwischen der Gemeindeschwester, Pflegediensten und Pflegestützpunkten befürchtet worden sei. Diese Ängste seien aber mittlerweile ausgeräumt.

Das Projekt Gemeindeschwester plus war 2015 in den Landkreisen Alzey-Worms, Birkenfeld, Bitburg-Prüm, Kaiserslautern, Neuwied und Südliche Weinstraße sowie in den kreisfreien Städten Kaiserslautern, Koblenz und Landau gestartet. Aufgabe der modernen Gemeindeschwestern ist es, sich um hochbetagte Menschen zu kümmern, die bislang noch keine Pflegehilfen erhalten. Bei Hausbesuchen sollen die Seniorinnen und Senioren über Angebote in der Umgebung und darüber informiert werden, wie sie noch möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause führen können.

Im ländlichen Raum und in den Städten litten viele hochbetagte Menschen gleichermaßen darunter, dass sie keinen Ansprechpartner hätten, um über ihre Situation zu reden, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Bei den Gemeindeschwestern plus handele es sich um Pflegefachkräfte, die bei ihren Besuchen zugleich Anzeichen für Erkrankungen oder Pflegebedarf wahrnehmen könnten. Auch vermeintlich banale Dinge wie Stolperfallen in den Wohnungen könnten vor Ort angesprochen werden. Durch die Gemeindeschwestern plus seien vor Ort auch bereits eine Reihe neuer Projekte wie Seniorentreffs, ein rollender Mittagstisch oder Bewegungsangebote angestoßen worden.

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