Kultur
Margaret Atwood erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
Frankfurt a.M., Leipzig (epd). Die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin Margaret Atwood (77) erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017. Atwood zeige in ihren Romanen und Sachbüchern immer wieder ihr politisches Gespür und ihre Hellhörigkeit für gefährli­che unterschwellige Entwicklungen und Strömungen, teilte der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels am 13. Juni in Leipzig mit. Indem sie menschliche Widersprüchlichkeiten genau beobachte, zeige sie, wie leicht vermeintliche Normalität ins Unmenschliche kippen könne.

Am 18. November 1939 in der kanadischen Hauptstadt Ottawa geboren, studierte Atwood zwischen 1957 und 1962 in Toronto und Cambridge in Massachusetts Englisch und Literatur. Erste Gedichte veröffentlichte sie in den frühen 1960er Jahren, seit 1964 arbeitete sie als Literaturwissenschaftlerin an verschiedenen Universitäten. Neben Lyrik, Kurzgeschichten und Theaterstücken veröffentlichte sie die Bücher "Die essbare Frau" (1969),"Der lange Traum" (1972), "Der Report der Magd" (1985) und weitere Romane. Sie erhielt in diesem Jahr bereits unter anderen den Franz-Kafka-Preis, den Nelly-Sachs-Preis 2009 und den London Literature Award (1999).

Atwood erhält den Preis am 15. Oktober in der Paulskirche in Frankfurt am Main zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse. Der mit 25.000 Euro dotierte Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird seit 1950 verliehen.

Zu den Trägern des Preises gehören der DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer, der Schriftsteller Martin Walser, der Historiker Fritz Stern, der Philosoph Jürgen Habermas und die amerikanische Essayistin Susan Sontag. Im vergangenen Jahr erhielt die Berliner Journalistin Carolin Emcke den Preis, im Jahr davor der Schriftsteller Navid Kermani.

epd lmw nis