Politik
Mainzer Landtag debattiert über vegane Ernährung
Mainz (epd). Die Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtags haben am 4. Mai eine hitzige, von Zwischenrufen und Gelächter geprägte Debatte über Vorzüge und Risiken veganer Ernährung geführt. Die AfD-Fraktion hatte einen Antrag ins Plenum eingebracht. Der Entwurf sah vor, die Landeszentrale für Gesundheitsförderung solle analog zur Aufklärung über Alkohol- und Nikotingenuss auch auf die Gefahren veganer Ernährung bei Schwangeren und Kindern hinweisen. Der Vorschlag fand erwartungsgemäß keine Mehrheit und wurde mit den Stimmen der anderen Fraktionen abgewiesen.

Die AfD-Abgeordnete Sylvia Groß hatte unter Verweis auf eine Vielzahl von Ernährungswissenschaftlern und die Deutsche Stiftung für gesunde Ernährung erklärt, eine vegane Lebensweise könne für bestimmte Bevölkerungsgruppen keinesfalls empfohlen werden. Kindern, deren Mütter sich während der Schwangerschaft und Stillzeit vegan ernähren, drohten ernsthaften Gesundheitsschäden.

"Dass eine gesunde vegane Ernährung möglich ist, ist mittlerweile allgemein anerkannt", sagte die für Ernährungsfragen zuständige Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). Vegan lebende Menschen würden meist regelmäßig ihre eigene Ernährungsweise hinterfragen, erklärte sie: "Dass jemand auf tierische Produkte ganz verzichtet und sie durch Kartoffelchips ersetzt, wäre mir jetzt neu."

Für die Regierungsfraktionen sagte die SPD-Abgeordnete Kathrin Anklamm-Trapp, es gebe keinen Bedarf für die von der AfD geforderte Kampagne. In Rheinland-Pfalz gebe es derzeit etwa 40.000 Menschen, die komplett auf tierische Produkte auf ihrem Speiseplan verzichteten. Dass man sich gut vegan ernähren könne, "sieht man an unserem Fraktionsvorsitzenden Alexander Schweitzer."

Der CDU-Abgeordnete Christoph Gensch widersprach den Rednern des Regierungslagers und erklärte, tatsächlich gebe es bei vegan und vegetarisch lebenden Menschen viele Fälle ernährungsbedingter Gesundheitsprobleme. Bei einer ganzen Anzahl von Veganern und Vegetariern sei die "ideologische Beseeltheit ausgeprägter als der Wissensstand über eine ausgewogene Ernährung." Dem AfD-Antrag versagte allerdings auch die CDU ihre Zustimmung.

epd lmw kp wow