Politik
Land Hessen schließt weitere Flüchtlingsunterkünfte
Wiesbaden (epd). Wegen des deutlichen Rückgangs der Flüchtlingszahlen schließt das Land Hessen weitere für die Erstaufnahme der Asylbewerber geschaffene Unterkünfte. Nach Angaben des hessischen Sozialministers Stefan Grüttner (CDU) betreffen die sukzessive erfolgenden Schließungen sowohl noch aktiv genutzte als auch zuletzt nur noch in Reserve vorgehaltene Standorte für die Unterbringung der Flüchtlinge mit insgesamt 5.400 Plätzen.

Bei den beiden derzeit noch belegten Standorten, die aufgegeben werden, handelt es sich um das American-Arms Hotel in Wiesbaden und die ehemalige US-Kaserne in Babenhausen. Endgültig geschlossen werden zudem das ehemalige Neckermann-Gelände in Frankfurt und die Kelley-Barracks in Darmstadt, die schon seit geraumer Zeit nur noch als Reserve bereitstanden. Grüttner versicherte, das Land bleibe "weiterhin für alle Fälle gut vorbereitet, um auch jederzeit auf einen möglichen Anstieg von ankommenden Asylsuchenden angemessen und geordnet reagieren zu können."

In den vergangenen Monaten hätten sich die Zugangszahlen der Flüchtlinge im Vergleich zum Vorjahr weiter auf niedrigem Niveau verstetigt. Demnach sind seit Juli 2016 in Hessen im Durchschnitt etwa 1.400 Asylsuchende monatlich eingereist. In den Monaten Januar bis Februar 2017 kamen rund 2.000 Flüchtlinge nach Hessen, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es noch fast 12.000.

Bereits im April 2016 hatte die hessische Landesregierung mit einem neuen Standortkonzept auf den Rückgang der Zahlen reagiert. Mit den neuerlichen Schließungen wird jetzt die Zahl der noch aktiven Standorte für die Aufnahme der Flüchtlingen von elf auf neun reduziert, die insgesamt etwa 10.300 Belegungsplätze haben. Hiervon werden rund 2.700 Plätze so organisiert, dass sie je nach Auslastung flexibel genutzt oder in Reserve gehalten werden können. Das Sozialministerium spricht von einer "Aktivreserve", die bei Bedarf in kürzester Zeit wieder genutzt werden könne. Von den künftig noch aktiv betriebenenen Standorten für die Erstaufnahme in Hessen sind zwei in Gießen und je einer in Neustadt, Rotenburg, Büdingen, Calden bei Kassel, Kassel-Niederzwehren, Darmstadt und Hanau.

Grüttner lobte: "Durch das enge Zusammenstehen der ganzen Gesellschaft können wir allen schutzsuchenden Menschen Aufnahme und Hilfe bieten. Mein großer Respekt und Dank gilt den Kommunen, den Hilfsorganisationen und den Bürgerinnen und Bürgern, die sich in so großer Zahl ehrenamtlich engagieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Integration leisten."

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