Kirche
Kirchenpräsident Jung: An Karfreitag über eigene Gewalt nachdenken
Darmstadt (epd). Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat anlässlich des Karfreitags angeregt, selbstkritisch über Ausgrenzung und Gewalt nachzudenken. "Wer auf das Kreuz schaut, ist gefordert, auch über sich selbst und seinen Beitrag zur Gewalt in dieser Welt nachzudenken", sagte Jung in einer am 12. April in Darmstadt verbreiteten Botschaft.

Der Tod Jesu Christi am Kreuz mache darauf aufmerksam, dass Menschen bis heute aneinander schuldig würden, indem sie andere Menschen hassen und zum Hass anstacheln, sagte Jung. Dies geschehe beispielsweise, "wo Menschen verspottet und gemobbt werden oder Menschengruppen wie etwa Muslime, Juden oder Flüchtlinge unter Pauschalverdacht gestellt werden". Der biblische Bericht von der Passion Christi zeige beispielhaft, wie eine verhängnisvolle Spirale von Bedrohungsangst, Verdächtigungen, falschen Behauptungen und Anklage zu Hass und Gewalt zum Tod eines unschuldigen Menschen führt.

Der Kirchenpräsident erinnerte daran, dass Jesus selbst in der Todesnot dem Hass keinen Raum gegeben habe. Er habe für diejenigen gebetet, die ihm Leid zufügten. Vom Kreuz gehe deshalb die Botschaft aus, "dass Menschen auf Gottes Vergebung angewiesen sind". Wer aus der "Kraft der Vergebung" lebe, könne die Chance ergreifen, die Spirale aus Gewalt und Tod zu durchbrechen.

epd lmw by all