Politik
Hessen schult auf den Beruf des Grundschullehrers um
Wiesbaden (epd). Das hessische Kultusministerium geht bei der Bekämpfung des Lehrermangels an den Grundschulen neue Wege. Dabei sollen eigentlich für andere Schulformen qualifizierte Lehrkräfte mit abgeschlossenem Referendariat zum Grundschullehrer umgeschult werden. Ein entsprechendes Weiterbildungsprogramm soll bereits am 1. Juni starten, wie Kultusminister Alexander Lorz am 6. April in Wiesbaden mitteilte.

Demnach wird die Weiterbildung von der Hessischen Lehrkräfteakademie organisiert und umfasst 200 Plätze zur Deckung des Lehrkräftebedarfs an Grundschulen. "Unser Ziel ist es, zum Schuljahresbeginn alle zur Verfügung stehenden Lehrerstellen auch zu besetzen", betonte Lorz. Dem dienten sowohl das Werben um eine Weiterbeschäftigung älterer Lehrkräfte über die Pensionierung hinaus als auch die Weiterbildungsmaßnahmen für Jüngere. Das Angebot richtet sich an Lehrkräfte, die das Lehramt an Gymnasien oder an Haupt- und Realschulen mit einem zweiten Staatsexamen abgeschlossen, aber bislang noch kein Angebot für eine feste Stelle erhalten haben.

Die Weiterbildung mit einer Grundqualifizierung sowie einer zweiten Phase der eigentlichen Weiterbildung zu Didaktik und Unterrichtsfächern in der Grundschule findet zum größten Teil berufsbegleitend statt. Die Teilnehmer können somit - zunächst im Angestelltenverhältnis - bereits ab August mit einem reduzierten Stundenkontingent an den Grundschulen unterrichten. Nach einer Zusatzprüfung besteht am Ende die Möglichkeit der Übernahme ins Beamtenverhältnis.

Ähnliche Fortbildungen werden auch für den Beruf des Förderschullehrers angeboten, wo ebenfalls ein Mangel an Bewerbern herrscht. Hier wird mit 80 Plätzen gestartet.

Internet: www.kultusministerium.hessen.de

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