Kultur
Frankfurt und Offenbach leuchten: 9. Festival "Luminale" eröffnet
Frankfurt a.M. (epd). Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und der Berliner Künstler Philipp Geist haben am 18. März in Frankfurt am Main das 9. Festival der Lichtkunst "Luminale" eröffnet. Sie schalteten gegen 19.30 Uhr das Licht an, um den Römerberg zu illuminieren. Geist begehbare Installation "Frankfurt Fades" erleuchtet die Fassade des Rathauses und den Platz davor mit Begriffen, die Frankfurter zuvor per E-Mail eingereicht haben, etwa "Äppelwoi" und "Kokolores".

In diesem Jahr geht das Festival der Lichtkunst mit einem neuen Konzept an den Start. Es verbindet die Themen Licht, Technik und Kunst mit einer Debatte über Stadtgestaltung. 149 Kunstprojekte, Ausstellungen, Vorträge und Diskussionen locken bis zum 23. März parallel zur internationalen Fachmesse "Light + Building" nach Frankfurt und Offenbach. Zum Ersten Mal dabei ist die Westend-Synagoge, die von Darmstädter Künstlern in Szene gesetzt wird.

Mit dem Römerberg, der Alten Oper, der Europäischen Zentralbank, der St. Katharinenkirche, der Liebfrauenkirche und dem Eisernen Steg werden gleich sechs der wichtigsten Frankfurter Sehenswürdigkeiten zum Ort künstlerischer Auseinandersetzung mit Licht und Stadt. Erstmals wird auch die Alte Oper einbezogen. Das Mailänder Künstlerkollektiv "Karmachina" erzählt in einer Videomapping-Show die Geschichte des Bauwerks.

Die Bremer Kreativschmiede "Urbanscreen" verwandelt mit dem Illustrator Andreas Preis die Fassade der Europäischen Zentralbank in eine animierte Street-Art-Galerie. Die Wiener Künstlerin Victoria Coeln schafft in der evangelischen St. Katharinenkirche an der Hauptwache einen polychromen Lichtraum mit analogen Mitteln. Das Innere der katholischen Liebfrauenkirche wird im Viertelstundentakt in einen farbigen Leuchtteppich gehüllt. Fabian Thiele nimmt den Baubeginn des Eisernen Stegs vor 150 Jahren zum Anlass für eine Typo-Installation mit einem Gedicht des Frankfurter Mundartdichters Friedrich Stoltze.

Die im Bau befindlichen Kornmarkt Arkaden an Paulskirche und Römer verwandeln sich in eine riesige Popcorn-Maschine. Die über 200 Quadratmeter große interaktive Projektion der beiden Frankfurter Agenturen "Wirz & Hafner" und "Meso" nutzt intelligente Sensortechniken, mit deren Hilfe Besucher und Passanten virtuelle Maiskörner in Echtzeit zum Tanzen bringen - je mehr mitmachen, desto mehr Popcorn wird produziert.

Am Ben-Gurion-Ring im Stadtteil Bonames geht es um Orte, die als dunkle Angsträume wahrgenommen werden. Im Projekt "Licht an" erhellt der Darmstädter Künstler Jens Schader neun dieser Dunkelorte inmitten der früher als Problemviertel bekannten Hochhaussiedlung durch unterschiedlichste leuchtende Elemente.

Begründet wurde die Luminale im Jahr 2002 durch die Messe Frankfurt, die seither das Festival fördert und unterstützt. Mit rund 200.000 Besuchern zählt sie zu den größten Veranstaltungen in Frankfurt und der Region Rhein-Main. Zeitgleich zur internationalen Fachmesse "Light + Building" findet das Festival alle zwei Jahre statt.

Internet: www.luminale-frankfurt.de

epd lmw ds