Ethik
Forscher: Zu viel Konfrontation mit Sterben belastet Pflegekräfte
Gießen (epd). In einer neuen Studie hat der Gießener Versorgungsforscher Wolfgang George die beruflichen Wege von Pflegekräften und Ärzten in der Sterbebegleitung untersucht. Die Belastungen dieser Arbeit seien hoch, sagte George am 17. Oktober dem Evangelischen Pressdienst (epd). "Wir finden Hinweise darauf, dass zu viel Tod die Einzelnen und die Teams überfordert." Zugleich gebe es im Palliativbereich einen Trend zur Konzentration, also zum Beispiel sterbende Menschen auf speziellen Palliativstationen zu betreuen. Das habe er nie für gut gehalten, betonte der Wissenschaftler.

George stellt die Studie am 30. November auf dem Kongress "Sterben in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen" in Gießen vor. Ein Teil der Ärzte und Pflegekräfte finde in der Arbeit offensichtlich Sinn, während andere dauerhaft bis hin zum beruflichen Burnout belastet seien. Für die Studie hat George etwa 400 Mitarbeiter von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen befragt.

Die aus seiner Sicht beste Wahl wäre die Betreuung der Sterbenden zu Hause, in Pflegeheimen oder auf Allgemeinstationen, sagte George. Auf die Frage, wo sie selbst am liebsten sterben würden, hätten die meisten der in seiner Studie Befragten das Zuhause angegeben. George hat in den vergangenen vier Jahren in mehreren "Gießener Studien" die Versorgung sterbender Menschen untersucht.

Der Kongress «Sterben in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen» beginnt am 30. November um 9 Uhr in Gießen.

Internet: www.giessener-kongress.de

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