Kirche
Evangelische Akademie Frankfurt macht Revolution
Frankfurt a.M. (epd). 1618, 1848, 1918, 1968: Die Evangelische Akademie Frankfurt rückt in ihrem Halbjahresprogramm von Januar bis Juni das Gedenkjahr 2018 in den Mittelpunkt. Unter dem Titel "Revolution" setzen sich Referenten und Besucher mit der Bedeutung von verschiedenen Arten von Revolutionen auseinander, wie die Akademie am 4. Januar mitteilte. Der Bogen spanne sich von großen geschichtlichen Umbrüchen bis hin zur Digitalisierung. Daneben werde eine Reihe von Veranstaltungen zu Themen aus Kultur, Religion, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft geboten.

Zum Schwerpunktthema "Revolution" geht etwa der Frankfurter Politikwissenschaftler Reiner Forst am 15. März der Frage nach, ob der vor 200 Jahren in Trier geborene Karl Marx ein Auslaufmodell oder ein Impulsgeber für die Zukunft ist. Im Kunstsalon am 21. März dreht sich alles darum, wie sich die digitale Revolution auf das Kunstgeschehen auswirkt. Am 12. und 13. April zeichnet eine Fachtagung unter dem Titel "Die Bewegung ist tot - Viva la Revolución" Lebenswege nach der Studentenrevolte von 1968 nach.

"I've been to the mountain top" lautet der Titel der letzten Rede von Martin Luther King jr. vor seiner Ermordung Anfang April 1968 in Memphis. Auf einer Abendveranstaltung am 3. April und einem Studientag am 5. und 6. Mai erörtern Referenten und Teilnehmer, ob der gewaltfreie Weg des Friedensnobelpreisträgers für alle alternativlos bleibt, die seinen Traum von einer Welt ohne Hass teilen.

In der Reihe "Kino und Geschichte. Was vom Kriege übrigblieb" geht es um das Motiv der Heimkehrer aus dem Ersten Weltkrieg. Am 8., 15., 22. und 29. Mai werden dazu im Deutschen Filmmuseum verschiedene Filme gezeigt und anschließend darüber diskutiert. "Das siebte Kreuz" ist ein Roman von Anna Seghers über die Flucht von sieben Häftlingen aus einem Konzentrationslager während der NS-Zeit. Die Schauspielerin Gudrun Landgrebe liest am 29. April einige Passagen aus dem Werk.

Die "Junge Akademie Frankfurt" geht 2018 unter dem Stichwort "Neustart Demokratie" in ihr zweites Jahr. Erneut wollen 30 junge Menschen unter 30 Jahren mit Vertretern aus Politik, Medien und Zivilgesellschaft über den Zustand der Demokratie ins Gespräch kommen und eigene Projekte zur Stärkung des politischen und zivilgesellschaftlichen Engagements entwickeln.

Veranstaltungsort ist in der Regel das sanierte und erweiterte Akademiegebäude am Frankfurter Römerberg. Weitere Orte sind die Alte Nikoaikirche Römerberg, das Deutsche Filmmuseum am Schaumainkai, das Haus am Dom, das Jüdische Gemeindezentrum im Westend und das Martin-Niemöller-Haus in Schmitten im Taunus.

Internet: www.evangelische-akademie.de

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