Kirche
EKKW rechnet mit sinkenden Einnahmen ab 2019
Kirchensynode in Hofgeismar beendet
Hofgeismar (epd). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck rechnet mit sinkenden Kirchensteuererträgen ab 2019. Nächstes Jahr würden die Erträge auf dem Niveau dieses Jahres bleiben, 2019 aufgrund sinkender Mitgliederzahlen jedoch um etwa ein Prozent zurückgehen, sagte Vizepräsident Volker Knöppel vor der Synode in Hofgeismar. Es gebe deutliche Anzeichen dafür, dass der Scheitelpunkt bei den Kirchensteuereinnahmen erreicht sei. Die Tagung der 87 Synodalen ging am 30. November zu Ende.

Im neuen Doppelhaushalt, der mit einem Volumen von 250,3 Millionen Euro für 2018 und für 249 Millionen Euro für 2019 von der Synode verabschiedet wurde, zeigten sich bereits erste "Bremsspuren" des 2015 eingeleiteten Reformprozesses, sagte Knöppel. Von positiven Ergebnissen dieses Prozesses, in dem bis 2026 rund 50 Millionen Euro eingespart werden sollen, berichtete dessen Geschäftsführer Wolfgang Kallies. Von den 181 Beschlüssen der Herbstsynode 2015, die zu diesem Ziel beitragen sollen, seien bis jetzt 52 umgesetzt worden, 107 weitere Maßnahmen seien in Arbeit. "Das ist angesichts der Wegstrecke ein ansehnliches und respektables Ergebnis", sagte Kallies.

Bischof Martin Hein rief in seinem Bericht mit dem Titel "Bejahte Freiheit" dazu auf, mit dem "prophetischen Amt" der Kirche zurückhaltender umzugehen. "Ich frage mich bisweilen, ob wir uns und der Gesellschaft einen Gefallen tun, wenn wir unter Berufung auf ein prophetisches Amt der Kirche immer und zu allem Stellung beziehen", sagte er. Ein solches Amt könne sich auch abnutzen und leicht ins Besserwisserische und Querulantische abgleiten. "Vielleicht sollten wir hier zurückhaltender sein, um im Zweifelsfall umso deutlicher und überzeugender zu sprechen", regte Hein an.

Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Horst Rühl, sprach sich in seinem Bericht unter anderem dafür aus, die Aussetzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge zu beenden. Flüchtlinge dürften nicht über Jahre von ihren Angehörigen getrennt werden, sagte er. Die Synode griff diese Forderung in einer am Donnerstag verabschiedeten Entschließung an Bund und die Länder Hessen und Thüringen auf. Sie sollten den bis März 2018 ausgesetzten Familiennachzug für subsidiär Geschützte ab April 2018 wieder ermöglichen. Zudem dürfe es bis auf weiteres keine Abschiebungen mehr nach Afghanistan und Syrien geben, hieß es.

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