Soziales
Diakonie: Rückkehrberatung für Flüchtlinge muss freiwillig sein
Gießen/Frankfurt a. M. (epd). Die Diakonie Hessen hat das Land aufgefordert, das staatliche Rückkehrkonzept für Flüchtlinge zu ändern. "Ergebnisoffen und freiwillig - so stellen wir uns die Rückkehrberatung für geflüchtete Menschen vor", sagte der Vorstandsvorsitzende Horst Rühl am 8. Juni in Frankfurt am Main. Die Flüchtlinge bräuchten Zeit, um anzukommen. "Erst wenn sie ein Gefühl von Sicherheit haben, können sie auch Pläne für die Zukunft machen." Zum Beispiel seien alle im Main-Kinzig-Kreis lebenden Flüchtlinge aus Pakistan - unabhängig vom Stand ihres Asylverfahrens - aufgefordert worden, zur Rückkehrberatung zu erscheinen.

In der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen müssten die Ankommenden bereits am zweiten Tag - noch vor der Asylantragstellung - zur Rückkehrberatung. Das sei "vom Prozess her so vorgesehen" und habe lediglich betriebsinterne Gründe, sagte der Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Gießen, Thorsten Haas, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Man wolle aber nicht den Anschein erwecken, die Flüchtlinge zuerst in Richtung Rückkehr beraten zu wollen. Bei der Umsetzung des Konzepts habe es seinerzeit strukturelle Gründe für diese Reihenfolge gegeben. Das RP ist für die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen zuständig.

Das aktuelle hessische Rückkehrkonzept ziele darauf ab, Menschen auch mithilfe von Einschüchterungen und Zwangsandrohung schnell zur Rückkehr in ihr Herkunftsland zu bewegen, kritisierte Rühl. "Ein solcher Rückkehr- und Abschiebedruck ist nicht hinnehmbar."

Internet: www.diakonie-hessen.de

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