Kirche
"Befreiende und stärkende Kraft" der Reformation
Kirchenpräsident Volker Jung zum 500-Jahr-Jubiläum von Luthers Thesenanschlag
Darmstadt (epd). Zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags von Martin Luther hat der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung für einen "barmherzigen, respektvollen und freundlichen Umgang" der Menschen untereinander geworben. Dies sei wichtig in Zeiten, in denen Menschen "manchmal voller Hass" aufeinanderträfen, schreibt Jung in einem am 24. Oktober in Darmstadt veröffentlichten Beitrag zum Reformationsjubiläum am 31. Oktober.

Jung bezeichnet darin Luthers reformatorische Entdeckung als "befreiende und stärkende Kraft", die bis heute Auswirkungen habe. So müsse sich die Kirche beispielsweise in einer Gesellschaft, die sich immer stärker auseinander bewege, "auch für die einsetzen, die an den Rand gedrängt werden".

Jung erinnert auch an die Schattenseiten der Reformation wie etwa die judenfeindlichen Spätschriften Luthers. Der Kirchenpräsident erwähnt zudem Luthers "harte Worte gegen die aufständischen Bauern und gegen die sogenannten Täufer" sowie gegen die "Türken", wie Muslime damals genannt worden seien. Zu den Schattenseiten der Reformation gehörten auch "erbarmungslos geführte Kriege im Namen des christlichen Glaubens" sowie "die leidvolle Trennung der evangelischen von der katholischen Kirche, die bis heute schmerzt".

Er sei deshalb besonders dankbar, dass das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation "in bisher nicht gekannter ökumenischer Offenheit und Zuwendung" begangen werde, schreibt Jung. Dahinter stehe auch die Einsicht, dass Christinnen und Christen "gemeinsam in dieser Welt gefordert sind". Dazu gehöre es, "die Kraft des Evangeliums für Frieden, Gerechtigkeit und für einen sorgsamen Umgang mit dieser so großartigen Schöpfung zu bezeugen und zu leben".

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