Politik
Börsenverein schaltet Anzeige für Meinungsfreiheit in Türkei
Frankfurt a.M. (epd). Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wird diese Woche eine Anzeige für Meinungsfreiheit in unabhängigen türkischen Medien schalten. Rund 400 Spender hätten über einen Aufruf im Internet mehr als 16.000 Euro dafür gespendet, teilte der Börsenverein am 11. April in Frankfurt am Main mit. Im Rahmen der Initiative "#FreeWordsTurkey" bekundeten die Initiatoren Solidarität mit verfolgten türkischen Bürgern. Die Anzeige erscheine vor dem Verfassungsreferendum am 16. April in den Print- oder Online-Ausgaben von Agos Weekly, BirGün, Cumhuriyet, Diken.com.tr, Evrensel und Turuncutime.

Die auf Türkisch verfasste Anzeige unter der Überschrift "Gemeinsam für Freiheit und Demokratie!" äußert die Sorge, dass sich die türkische Politik immer weiter von den Grundwerten freiheitlicher Gesellschaften entferne, und richtet sich an die Leserschaft: "Als Autoren, Verleger, Journalisten, Buchhändler, Künstler, Anwälte, Richter, Wissenschaftler und Bürgerinnen und Bürger sind Sie unerhörten Anschuldigungen, Repressionen und Gewalttaten ausgesetzt, die jedweder Rechtsstaatlichkeit widersprechen. Mit dieser Anzeige möchten wir unsere Solidarität mit Ihnen ausdrücken."

An der Crowdfunding-Aktion über die Plattform "startnext.com" haben sich mehrere Buchhändler- und Verlegerbände international beteiligt. Die Initiative "#FreeWordsTurkey" hatte Ende Februar eine Online-Petition mit mehr als 100.000 Unterschriften für die Presse- und Meinungsfreiheit in der Türkei und gegen deren Einschränkung durch die türkische Regierung an die Bundesregierung und die EU-Kommission übergeben. Mehr als 150 Journalisten und Autoren sitzen nach Angaben des Börsenvereins in der Türkei in Haft.

Internet:
www.freewordsturkey.de
https://twitter.com/hashtag/freewordsturkey?lang=de
Pressemitteilung Börsenverein:
https://www.boersenverein.de/presse?presse_id=1305400



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