Politik
Atomkraftwerk Biblis kann abgebaut werden
Wiesbaden, Biblis (epd). Das Atomkraftwerk Biblis in Südhessen kann abgebaut werden. Das hessische Umweltministerium hat am 30. März dem Betreiber RWE die Genehmigungen zur endgültigen Stilllegung und zum Abbau erteilt. "Die Atomenergie in Hessen gehört ab heute der Vergangenheit an", sagte die Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) in Wiesbaden. "Der Ausstieg aus der Atomkraft ist damit unumkehrbar." Der Abbau der beiden Kraftwerkblöcke auf Kosten von RWE werde mindestens 15 Jahre dauern.

Mit den Genehmigungen bestätigt das Umweltministerium das Rückbaukonzept von RWE. Die Abbauarbeiten erfolgten unter strengen Sicherheitsbestimmungen, versicherte das Ministerium. Alle Emissionen würden gemessen, Filter reinigten die Abluft. Für Mensch und Umwelt seien keine Beeinträchtigungen zu erwarten. Da der Abbau stufenweise erfolge, seien je Kraftwerkblock noch mindestens ein weiterer Genehmigungsschritt erforderlich. Der Betreiber könne innerhalb eines Monats Klage gegen die Genehmigungen einreichen, wobei eine Klage keine aufschiebende Wirkung hätte.

RWE beginne sofort mit dem Abbau, sagte der Pressesprecher Jan-Peter Cirkel dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die 360 Mitarbeiter würden dieses Jahr die Anlage technisch stillsetzen und Systeme in Räumen abbauen, die künftig für die Bearbeitung von Abbaumaterialien gebraucht werden. Außerdem würden Rohre abisoliert und die elektrische Anlage umgebaut. Der Abbau finde von innen nach außen statt, so dass in den kommenden Jahren von außen wenig von den Arbeiten zu sehen sein werde. RWE habe für den Abbau der Kernkraftwerke Biblis, Gundremmingen und Emsland zusammen 5,4 Milliarden Euro zurückgestellt.

Die 1974 und 1976 errichteten Kraftwerkblöcke in Biblis wurden 2011 stillgelegt, als die Bundesregierung nach der Explosion des Atomkraftwerks im japanischen Fukushima den Ausstieg aus der Kernenergie einleitete. 2012 stellte RWE die Anträge zur endgültigen Stilllegung und zum Abbau. Seit vergangenem November ist der Reaktorblock A kernbrennstofffrei, in Block B gibt es noch bestrahlte Brennelemente. Diese werden in Castor-Lagerbehälter verladen und im Zwischenlager auf dem Betriebsgelände eingelagert.

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