Kultur
Archäologen entdecken Götterstatuen in Frankfurt
Frankfurt a.M. (epd). Nach der Entdeckung eines römischen Tempelbezirks hat das Denkmalamt Frankfurt am Main weitere Funde wie Statuen von verschiedenen Gottheiten in der Römerstadt in Frankfurt-Heddernheim vorgestellt. "Solche Funde lassen sich europaweit an einer Hand abzählen", sagte Andrea Hampel, Leiterin des Denkmalamtes, am 14. November. Sie bezeichnete die neusten Entdeckungen als wissenschaftliches Neuland und eine Sensation. Nach den Funden könne man sich nun mit der Frage beschäftigen, wie das damalige Tempelleben ausgesehen habe, sagte Hampel.

Normalerweise finden die Forscher nach Hampels Worten meist nur "Müll" der Römer, vor allem alte Vasen und Behälter aus Keramik. Zu den aktuellen Funden gehören auch eine kleine Statue der Jagdgöttin Diana sowie Reste einer Statue des für den Handel zuständigen Gottes Merkur, von der nur Sockel und ein Fuß erhalten sind. Hampel und ihr Team datieren die neuen Funde auf das Jahr 246 nach Christus.

Die Figuren müssen nach Angaben der Forscher ihrerzeit extrem teuer gewesen sein. Dies sei ein Hinweis auf die Rolle, die der Handel schon zur Römerzeit in der Stadt spielte. Die römische Stadt Nida habe offensichtlich über einen bedeutenden Tempel verfügt.

Seit Mai 2016 bearbeiten Archäologen das rund 4.000 Quadratmeter große Grundstück im Zentrum der ehemaligen römischen Stadt in Frankfurt-Heddernheim. Nach Angaben des Denkmalamtes standen dort im zweiten oder dritten Jahrhundert nach Christus fünf Tempel und einige weitere Gebäude.

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