Kultur
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Wiederaufbau von abgebrannter St. Martha-Kirche geht voran
Nürnberg (epd). Knapp dreieinhalb Jahre nachdem die Nürnberger Kirche St. Martha bis auf Mauern und Chorraum niederbrannte, sind erstmals die Baugerüste im Inneren verschwunden. Allerdings wird anders als geplant auch in diesem Jahr der Weihnachtsgottesdienst noch nicht in der eigenen Kirche stattfinden können, wie Pfarrer Dieter Krabbe bei einem Ortstermin sagte.

Nun ist ein Blick auf die restaurierten Wände und die neuen Holzdecken in dem fünfschiffigen Bauwerk möglich. Eine der wichtigsten Veränderungen: Im Mittelschiff der vor 600 Jahren erbauten Kirche wurde das Tonnengewölbe durch eine gerade Deckenkonstruktion aus Tannenholz ersetzt. "Die Mehrheit der Gemeinde ist begeistert", sagte Krabbe, der Vorsitzender des Kirchenvorstands der evangelisch-reformierten Gemeinde ist.

Die Seitenwände und die Außenpfeiler sind mit einem neuen, deutlich helleren Sandstein erneuert, weil der früher genutzte, typisch rotbraune Sandstein heute vor den Toren Nürnbergs nicht mehr zu bekommen ist, erklärte Architekt Florian Nagler. Im Februar 2018 sollen die Innenwände wieder eingerüstet werden. Säulen und Wände erhalten eine Art Überputz, um die unterschiedlichen Materialien optisch anzugleichen. So lasse sich "die Geschichte des Hauses gut ablesen", sagte Nagler. Nächste Schritte sind der Einbau einer Fußbodenheizung und ein Fußboden aus Stampflehm.

Pfarrer Krabbe erläuterte die zukünftigen drei Schwerpunkte der Arbeit in St. Martha: Gemeinde, geistliche Musik und diakonisches Engagement sollten wieder aufleben. Die künftige Bestuhlung soll beispielsweise auch ein Obdachlosenfrühstück erlauben.

Die Kosten für den Bau werden rund elf Millionen Euro betragen, hieß es. Darin sind auch geplante Bauarbeiten enthalten, die schon 2011 vorbereitet worden waren. Derzeit handeln Sachverständigen aus, wie hoch der Anteil der Versicherung wird. Überwiegend durch Klein- und Kleinstspenden sind rund 800.000 Euro auf dem Gemeindekonto eingegangen.

Die St. Martha-Kirche in unmittelbarer Bahnhofsnähe war im Juni 2014 aus nicht geklärten Gründen abgebrannt. (00/3101/09.10.2017)

epd lbm tttj/jo cr