Kirche
Regionalbischöfin stellt kirchliche Zukunftsvisionen vor
Kammerstein (epd). In der bayerischen evangelischen Landeskirche der Zukunft sollen die Mitarbeiter und Gemeinden Netze knüpfen: Der Reformprozess "Profil und Konzentration" (PuK) sei kein Sparprozess und werde keine neuen Gremien bringen, erläuterte die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern den Synodalen im Dekanat Schwabach. Schwabach war die erste Synode, die von einer Vertreterin der Kirchenleitung über den Reformprozess informiert wurde. Die Landesssynode hatte PuK bei ihrer Sitzung in der zurückliegenden Woche auf den Weg gebracht hatte.

Trotz aller Anstrengungen erreichten die parochialen Gemeinden die Menschen oft nicht mehr, sagte Hann von Weyhern: "Wir wären aber Schafe, wenn wir Gemeinden kaputt machen würden." Vielmehr sollten zukünftig die Gemeinden kooperieren und in den Lebensräumen denken, in denen sie die Menschen erreichten. Die übergemeindlichen Dienste wie die Bildungswerke oder die Diakonischen Werke sollten in diesen Räumen ebenfalls mitwirken.

Die Regionalbischöfin wies darauf hin, dass Kirchenmitglieder vor allem bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen erreicht werden könnten. Man sollte daher überlegen, ob Trauungen weiterhin nur in kirchlichen Räumen stattfinden sollen, oder Taufen weiterhin nur zu festgelegten Terminen. Mit einer Art "Kasualagentur" könnte man erreichen, dass Pfarrer sich wirklich Zeit nehmen können, beispielsweise für eine Beerdigung.

Der Veränderungsprozess komme nicht aus marktwirtschaftlicher Logik oder "weil es gerade schick ist", sagte Hann von Weyhern. Wachsen und Neu-Werden sei vielmehr im christlichen Glauben festgelegt. Kirchenmusiker, Pfarrer, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter müssten sich aber als Motoren dieser Entwicklung verstehen und als "multiprofessionelle Teams" zusammenarbeiten, die sich miteinander verständigten, ohne dass dazu neue Strukturen nötig seien. (00/1038/01.04.2017)

epd lbm jo dsq