Kirche
Regionalbischöfin fordert zum überlegten Urnengang auf
München (epd). Wählen zu dürfen ist nach Auffassung der Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler ein Geschenk der Freiheit. Christen dürfe daher die Politik nicht gleichgültig sein, sagte die Theologin in der Münchner Kirche St. Lukas. Wähler sollten informiert und mit klaren Maßstäben für ein Leben in Frieden und Gemeinschaft zur Urne gehen, forderte sie.

Die Bibel verweise als Maßstab auf Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Das sei "für alle Menschen gleich welchen Glaubens oder welcher Weltanschauung gut und wichtig", sagte Breit-Keßler. Christlicher Glaube verlange, auch die politischen Umstände so zu prägen, dass "es den Menschen gut geht, sie vom himmlischen Heil schon etwas auf Erden spüren".

Das bedeute für Christen in der Gesellschaft, "richtig anzupacken, handfest mitzumachen, sich mit Leib und Seele für andere zu engagieren". Dazu gehöre auch, dass "weder an Stammtischen noch im Feuilleton" zum guten Ton gehören dürfe, über Politiker zu lästern. Intelligente Kritik dagegen brauche es durchaus.

Eine Absage erteilte die Theologin "Sekten und Weltanschauungen, die einem das Hirn verkleben und das Herz zum Verstummen bringen". Das gelte auch für "Spielarten von Religionen, in denen dazu aufgerufen wird, Andersgläubigen, die man dann gern brutal als Ungläubige abqualifiziert, das Lebensrecht abzuerkennen und sie niederzumetzeln". (01/2585/20.08.2017)

epd lbm mu-