Kultur
Prototypen der goldenen Madonnen
© epd-bild / Timo Lechner
Prototypen der goldenen Nürnberger Madonnen vorgestellt
Nürnberg (epd). Mit rund 600 goldenen "Nürnberger Madonnen" will der Konzeptkünstler Ottmar Hörl im September den Kornmarkt beim Germanischen Nationalmuseum (GNM) für zwei Wochen in einen temporären Kunst-Schau-Platz verwandeln. Die ersten Prototypen stellte Hörl gemeinsam mit Museumsleiter Ulrich Großmann sowie Staatsminister und Schirmherr Markus Söder (CSU) im GNM vor.

Vom 1. bis 17. September werden die etwa einen Meter großen Madonnen aufgestellt. Anschließend sollen sie für 250 Euro pro Stück verkauft werden. Die Finanzierung des Projekts hat Hörl selbst übernommen. "Es geht hier nicht um Geldverdienen, ich mache das für Nürnberg", sagte der international bekannte Künstler Ottmar Hörl, gleichzeitig Professor und Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, bei der Vorstellung der Figuren. Alleine die erste Gussform habe schon 15.000 Euro gekostet.

Die originale "Nürnberger Madonna" entstand um das Jahr 1510 und gilt als Referenzwerk der Kunst in der Zeit Albrecht Dürers. Die Holzfigur eines bislang unbekannten Nürnberger Bildschnitzers fand schon in den vergangenen Jahrhunderten in Abgüssen, Nachbildungen und grafischen Vervielfältigungen weite Verbreitung. Dieses mit der Kunst- und Kulturgeschichte verknüpfte Phänomen wird zum Anlass genommen, dem Werk eine Renaissance zu widmen.

Ottmar Hörl ist ein Vertreter der modernen seriellen Kunst. Im Jahr 2003 hatte er mit einer Installation von 7.000 Hasen aus grünem Kunststoff auf dem Nürnberger Hauptmarkt für Aufsehen gesorgt, die Albrecht Dürers bekanntem Hasen-Gemälde nachempfunden waren. Kontrovers diskutiert wurden im Jahr 2009 die 1.250 Gartenzwerge, die in Straubing aufgestellt wurden und einen Hitler-Gruß machten. (1880/14.06.2017)

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