Kirche
Kirchen und Gewerkschaften: Kein Stimmenfang mit Flüchtlingshetze
München (epd). Kirchen und Gewerkschaften haben Politiker aller Parteien dazu aufgefordert, nicht mit Meinungsmache gegen Flüchtlinge oder andere Minderheiten in den Wahlkampf zu ziehen. "Damit lösen sie kein einziges Problem, sondern vertiefen nur die Gräben in unserer Gesellschaft", kritisierte Christian Bindl von der katholischen Betriebsseelsorge laut Pressemitteilung. Der "Runde Tisch München von Kirchen und Gewerkschaften" unterstützt die aktuelle Kampagnen der Landeshauptstadt München "Wählen gehen für Demokratie und Menschenrechte".

Anlass zur Sorge gebe außerdem die relativ hohe Muslimfeindlichkeit in den eigenen Reihen, sagte Philip Büttner vom kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda) der evangelischen Landeskirche. Eine Universitätsstudie habe gezeigt, dass Kirchen- und Gewerkschaftsmitglieder genauso wie der Schnitt der Bevölkerung zu 18 Prozent flüchtlingsfeindlichen Aussagen zustimmten. "Gerade hier müssen wir uns für mehr Solidarität und christliche Werte starkmachen", sagte Büttner laut Mitteilung.

Kirchen und Gewerkschaften müssten in persönlichen Gesprächen und in sozialen Netzwerken den Dialog suchen, sagte Benedikt Kopera vom DGB München. Dabei arbeite man mit der Münchner Fachstelle für Demokratie zusammen. (00/1712/29.05.2017)

epd lbm pj/scs cr