Ethik
Ethikkommission stimmt 128 Anträgen auf PID zu
München (epd). Die Bayerische Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik (PID) hat im Jahr 2016 über 128 Anträge entschieden. Es habe 26 ablehnende Entscheidungen gegeben, 102 Anträgen sei zugestimmt worden, teilte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) mit. Unter PID versteht man die genetische Untersuchung von Embryonen, die durch künstliche Befruchtung entstanden sind.

Huml sagte, die Kommission leiste einen wichtigen Beitrag dafür, dass in Bayern die medizinischen Möglichkeiten verantwortungsbewusst genutzt würden: "Denn die PID darf auf keinen Fall als Selektionsinstrument wahrgenommen werden." Oberste Priorität habe immer der Schutz des Lebens. Die Kommissionsmitglieder entschieden im Einzelfall, ob eine PID zulässig ist, dabei würden maßgebliche psychische, soziale und ethische Gesichtspunkte berücksichtigt, erläuterte die Ministerin.

Bei der PID werden die Embryonen vor dem Einsetzen in die Gebärmutter gezielt auf Erbkrankheiten überprüft. Erblich vorbelastete Paare können einen Antrag auf PID stellen, der von der Ethikkommission geprüft wird. Die PID selbst darf in Bayern nur in vier dafür eigens eingerichteten Zentren durchgeführt werden - zwei sind in München, die weiteren in Planegg-Martinsried und Regensburg.

Die Bayerische Ethikkommission für PID hat acht Mitglieder: vier Mediziner verschiedener Fachrichtungen (Reproduktionsmedizin, Humangenetik, Pädiatrie sowie Psychiatrie und Psychotherapie), einen Ethiker, einen Juristen, einen Patientenvertreter und einen Vertreter einer Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Behinderung.

Der Bundestag hatte 2011 das Embryonenschutzgesetz geändert. Seither sind Gentests an Embryonen bei der künstlichen Befruchtung möglich, wenn bei dem Elternpaar ein hohes Risiko für eine schwere Erbkrankheit des Kindes zu befürchten ist oder sogar die Gefahr einer Tot- oder Fehlgeburt besteht. Für die genaue Umsetzung sind die Länder verantwortlich. (01/4087/18.12.2016)

epd lbm dsq