Soziales
Diakonievorstand: Pflegeroboter nicht verteufeln
Erlangen (epd). Der neue Vorstandssprecher der Erlanger Diakonie, Matthias Ewelt, lehnt Roboter in der Pflege nicht grundsätzlich ab. Bei Pflegehandlungen, die an die Schamgrenze gingen, könne er sich den Einsatz künstlicher Helfer durchaus vorstellen, sagte Ewelt dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Der Roboter könnte Pflegebedürftige vielleicht auf das Klo heben", sagte Ewelt, der auch Vorstand bei der Stadtmission Nürnberg ist.

In der Pflege werde immer mehr Technik in Einzug halten, "das kommt ohnehin", sagte Ewelt. "Man darf das nicht mit einem Aufschrei abtun, sondern muss geschickt und gezielt damit umgehen". Roboter könnten freilich nicht Zuneigung oder persönliche Sorge für die Pflegenden ersetzen.

Auch die langjährige Leiterin der Senioreneinrichtung der Erlanger Diakonie am Ohmplatz, Anita Urban, will Robotertechnik nicht verteufeln. Sie würde den Getränkewagen auf den Stationen abschaffen und stattdessen einen Roboter kaufen, der die Senioren dann regelmäßig zum Trinken auffordert, sagte sie dem epd. "Der könnte dann fragen, ob die Bewohner noch einen Saft mögen und ihnen den servieren." Auch die Anschaffung einer künstlichen Pflegerobbe, die Demenzkranke streicheln und füttern könnte, sei überlegenswert. Sie lehnt aber Roboter ab, die pflegebedürftigen Menschen Essen geben.

Die Diakonie Erlangen betreut in ihren Einrichtungen nach eigenen Angaben rund 3.800 Menschen. Sie beschäftigt 380 Angestellte, 300 Menschen arbeiten ehrenamtlich mit. (01/3338/01.11.2017)

epd lbm jo as