Kirche
Bornowski: Mir ist nicht bang um die Zukunft der Kirche
Ippesheim (epd). Pessimismus steht Christen nach Ansicht der evangelischen Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski schlecht zu Gesicht. Ihr sei nicht bang um die Zukunft von Kirche und Gemeinden, sagte sie bei einem Jugendgottesdienst in Ippesheim während ihrer Visitation des Dekanats Uffenheim: "Ich weigere mich, einen Abgesang zu singen, weil alles immer weniger und schlechter zu werden droht!" Sie rief dazu auf, zu suchen und zu träumen - und darauf zu vertrauen, "dass Gott bei uns ist und uns behüten wird, wohin uns unsere Träume und Wege führen mögen".

Dies gelte auch und besonders, wenn das Leben anders spielt, als man es geplant hatte, der eigene Lebensweg nicht so geradlinig verläuft wie gedacht. Der größte Fehler, den man machen könne, sei einfach stehenzubleiben oder auf dem gleichen Weg wieder zurückzugehen, sagte Bornowski. Dies gelte auch für die Kirche und ihre Strukturen: "Wovon sollen wir als Kirchengemeinde, als Dekanat träumen?" Dass jede auch noch so kleine Pfarrstelle erhalten bleibe, dass alles so bleiben könne wie es jetzt ist? Vielleicht davon, "dass wir unseren Besitz teilen, ohne ihn krampfhaft festzuhalten".

Das Suchen und Träumen könne man sich "von den Jungen" abschauen, sagte Bornowski, sie sich selbst zum Vorbild nehmen: "Denn oft genug suchen und träumen wir nicht mehr - nicht, weil wir gefunden hätten, was wir suchen, sondern weil wir die Suche resigniert aufgegeben haben." Doch Träume und Visionen seien wichtig, daraus könnten neue Gesellschaftsordnungen entstehen und sie könnten die Welt verändern, wie einstmals Martin Luther King mit seiner legendären Rede "I have a dream". Dies gelte nicht nur für die ganz große, sondern auch für "meine kleine Welt", sagte sie. (00/0731/08.03.2016)

epd lbm dsq cr