Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth haben dazu aufgerufen, bei den Bemühungen um mehr Bildungsgerechtigkeit nicht nachzulassen. Gerade wegen der Wirtschaftskrise müsse der Staat in den nächsten Jahren zuallererst in Bildung investieren, sagte Schavan bei einer Podiumsdiskussion auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München. Das Ziel, zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung und Forschung zu investieren, müsse bundesweit beibehalten werden.Deutschland könne es sich nicht leisten, an seinen Kindern und damit an seiner Zukunft zu sparen, sagte die Grünen-Vorsitzende Roth. Gute Bildung dürfe nicht vom Geldbeutel abhängig sein. Auch Ganztagsschulen und längeres gemeinsames Lernen sei eine wichtige Voraussetzung für mehr Bildungsgerechtigkeit. Die Oppositionspolitikerin forderte außerdem mehr Investitionen in frühkindliche Bildung sowie eine Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze für Kinder.
Das von der Bundesregierung diskutierte Betreuungsgeld für Familien sei "ethisch nicht verantwortbar", sagte Kerstin Griese, hauptamtliches Bundesvorstandsmitglied im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD). So würden gerade die armen Familien ermuntert, ihre Kinder aus den Kindergärten herauszunehmen und zu Hause zu betreuen.