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  Islamisten in Somalia verbieten Musik im Radio

Nairobi/Mogadischu (epd). Die meisten Radiosender in Somalias Hauptstadt Mogadischu spielen keine Musik mehr. Die Stationen hätten die Ausstrahlung von Musik in ihren Programmen eingestellt, berichteten somalische Journalisten am Dienstag dem epd in Nairobi. Damit folgen die Programmmacher einem Ultimatum der islamistischen Gruppe Hisbul Islam, die Teile der Stadt kontrolliert.

Die Islamisten hatten Musik als Sünde verurteilt und den Stationen eine Frist von zehn Tagen gesetzt, um Musikstücke und Jingles aus den Programmen zu verbannen. Erst vor wenigen Tagen hatte eine weitere Islamistengruppe, Al Schabaab, die Ausstrahlung der britischen Station BBC und des US-Auslandssenders "Voice of America" untersagt.

"Wir benutzen jetzt andere Geräusche wie Gewehrfeuer, um unsere Sendungen anzukündigen", erklärte der Programmdirektor von Tusmo Radio, Abdullahi Yasin Jama, in der BBC. Nur "Radio Mogadischu", der Sender der somalischen Übergangsregierung, und ein von Kenia aus verbreiteter somalischer Auslandssender spielten am Dienstag noch Musik in ihren Programmen.

Vor vier Jahren hatte die Union der Islamischen Gerichtshöfe unter dem heutigen Übergangspräsidenten Scheich Scharif Ahmed schon einmal die Ausstrahlung von Musik und Fernsehübertragungen verboten. Während der Fußball-WM 2006 in Deutschland wurden Dutzende Somalier verhaftet, weil sie illegal Spiele verfolgten.

Somalia hat seit 19 Jahren keine Zentralregierung mehr, die das ganze Land unter Kontrolle hat. Die Übergangsregierung ist zwar international anerkannt, gilt aber als weitgehend machtlos. Islamistische Milizen, die nach eigenem Bekunden Kontakte zum Terrornetzwerk Al-Kaida haben, kontrollieren weite Teile des Landes am Horn von Afrika.





 
 

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