Im Skandal um den Missbrauch von Kindern an deutschen Jesuitenschulen hat sich Papst Benedikt XVI. zu Wort gemeldet. Bei einer Audienz für Mitglieder des Päpstlichen Familienrats verurteilte das katholische Kirchenoberhaupt am Montag im Vatikan die Taten. Vertreter der Kirche hätten gegen die Rechte von Kindern verstoßen. "Die Kirche wird auch künftig nicht versäumen, ein solches Verhalten zu verurteilen", fügte er hinzu.Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" stehen derzeit mindestens zehn Kirchendiener unter Missbrauchsverdacht. In den vergangenen Wochen waren zahlreiche Fälle an Einrichtungen des Jesuiten-Ordens bekannt geworden, die zum Teil mehrere Jahrzehnte zurückliegen.
Die ersten Fälle hatte der Leiter der Berliner Jesuitenschule Canisius-Kolleg, Klaus Mertes, Ende Januar öffentlich gemacht. Der Schulleiter hatte allen ehemaligen Schülern der fraglichen Jahrgänge geschrieben, um die Aufklärung voranzutreiben. Inzwischen haben sich nach Medienberichten 30 ehemalige Schüler des Kollegs gemeldet, die zwischen 1960 und 1980 Opfer von Übergriffen wurden.