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  Lübeck wird Zentrum der "Nordkirche"

Lübeck (epd). Die Hansestadt Lübeck soll Zentrum der geplanten "Nordkirche" werden. Nach einem Beschluss der drei evangelischen Kirchenleitungen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern sollen Kirchenamt, Leitender Bischof und Kirchenleitung künftig ihren Sitz in Lübeck haben, teilte die kirchliche Pressestelle am Montag mit. Die endgültige Entscheidung treffen die drei Synoden (Kirchenparlamente) im Herbst.

Nach dem aktuellen Zeitplan wird eine gemeinsame Kirchenverfassung für die "Nordkirche" bis 2011 angestrebt. Mit dem Zusammenschluss der drei evangelischen Landeskirchen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern wäre die "Nordkirche" mit 2,4 Millionen Mitgliedern eine der größten Landeskirchen in Deutschland. In den Eckpunkten zur Fusion wurde festgelegt, dass es in der "Nordkirche" einen gemeinsamen Landesbischof und drei regionale Sprengelbischöfe geben soll. Die Landeskirchen Mecklenburg und Pommern werden dann Kirchenkreise

Lübeck stehe als "symbolisches Zeichen" für die Bildung einer neuen Kirche, heißt es in der Erklärung der drei Kirchenleitungen. Die wichtige Vorentscheidung war unter Moderation des bayerischen Bischofs Johannes Friedrich am Wochenende in Ratzeburg gefallen. Als weitere Standorte waren Kiel, Hamburg und Schwerin geprüft worden. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) sieht im Standort Lübeck einen "Neuanfang für alle Seiten".

Lübeck ist bislang Sitz von Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter. Er sollte aber im Zuge der nordelbischen Bischofsreform aufgegeben werden, wenn sie Ende September in den Ruhestand tritt. Lübeck ist nach den Worten von Wartenberg-Potter die geografische Mitte der drei Landeskirchen, eine Mittlerin zwischen ländlichen und städtischen Regionen und stehe für die Verbindung mit dem Ostseeraum.

Für Mecklenburgs Bischof Andreas von Maltzahn kommt Nordelbien mit dieser Entscheidung den östlichen Kirchen entgegen. Lübeck habe als ehemalige Stadt an der innerdeutschen Grenze Erfahrungen mit dem Zusammenwachsen von Ost und West. Der Pommersche Bischof Hans-Jürgen Abromeit betonte die geistliche Bedeutung Lübecks. Ähnlich wie in der Reformationszeit könne von hier ein spiritueller Impuls für Norddeutschland ausgehen.

Harsche Kritik kam dagegen von den 150 Mitarbeitern des Nordelbischen Kirchenamtes in Kiel. Die Entscheidung habe Trauer, Wut und Verzweiflung ausgelöst, sagte Mitarbeitervertreterin Elisabeth Most-Werbeck. "Es hat am Montag morgen einen richtigen Schock gegeben." Die Mitarbeiter hatten seit Monaten für den Sitz in Kiel gekämpft. (05025/28.4.2008)



 
 

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