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  Bedingte Islam-Integration im Rundfunk

Frankfurt a.M. (epd). Der Rundfunkbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bernd Merz, hält islamische Verkündigungssendungen im Rundfunk grundsätzlich für möglich. Allerdings müssten dabei Bedingungen eingehalten werden, wie sie auch für die evangelische Rundfunkarbeit gälten, sagte der Pfarrer in einem epd-Interview. Auch Sendungen zum muslimischen Glauben müssten sich an die Gesamtgesellschaft richten. "Denn die Medien sind ein Ort des öffentlichen Diskurses und nicht der separatistischen Cliquenbildung", sagte Merz.

Grundsätzlich sei es "ohne Wenn und Aber" zu begrüßen, wenn öffentlich-rechtliche Sender wie der SWR, der WDR und das ZDF sich vermehrt um die Integration von Menschen nicht-deutscher Herkunft und nicht-christlichen Glaubens bemühten, so der kirchliche Rundfunkbeauftragte weiter. Man dürfe dabei aber nicht den Eindruck erwecken, als lebten nur noch Muslime in Deutschland. Die deutsche Gesellschaft sei nach wie vor christlich-jüdisch geprägt. Diesen Kontext gelte es zu respektieren. "Auch Muslime müssen sich auf christliche Werte einstellen", forderte Merz.

Wenn der Islam von deutschen Sendern die Möglichkeit erhalte, seinen Glauben zu verkünden, dann sollte die Umsetzung "absolut professionell" sein, forderte der EKD-Rundfunkbeauftragte mit Blick auf die Standards evangelischer Medienarbeit. Den Sendern sei zu empfehlen, entsprechende Sendeformen zunächst im Hörfunk auszuprobieren und darauf zu achten, ob das Publikum solche Angebote annehme.

Eine künftige Teilung der gesetzlich verbrieften Sendezeiten für die evangelischen Kirchen, die katholische Kirche und die Jüdischen Gemeinden mit dem Islam kommt für Merz nicht in Frage. Unter Achtung des Proporzes müssten neue Sendeplätze geschaffen werden. Auf dem eigenen Senderecht im jetzigen Umfang zu beharren, sei "keine Besitzstandswahrung". (14704/12.12.2006)



 
 

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