Die Zahl der an den spanischen Küsten festgenommenen Einwanderer und der ertrunkenen Flüchtlinge ist stark gesunken. In den ersten zehn Monaten diesen Jahres seien an den Küsten 17.061 Einwanderer beim Versuch der illegalen Einreise verhaftet worden, 23 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, berichtete die spanische Tageszeitung "El País" am Samstag unter Berufung auf das Staatssekretariat für Einwanderung. Die Zahl der aus dem Wasser geborgenen toten Flüchtlinge reduzierte sich von 96 auf 44.
Die Anzahl der sichergestellten Flüchtlingsboote fiel sogar von 631 auf 201. Stark gestiegen ist dagegen die Zahl der verhafteten Bootskapitäne. Wurden in den ersten zehn Monaten des Jahres 2003 nur 18 Bootsführer festgenommen, sind es in diesem Jahr bereits 140.
Die spanischen Behörden machen für diese Entwicklung das "Integrale System zur Außenüberwachung" (SIVE) verantwortlich, ein elektronischer Schutzwall an den Küsten mit Radaren und Nachtsichtgeräten, der teilweise schon die marokkanische Küste nach ablegenden Migrantenbooten abtastet. In dieses System will Spanien in den nächsten vier Jahren weitere 130 Millionen Euro investieren.
In Spanien leben rund 2,64 Millionen Einwanderer, doch fast eine Million davon besitzen keine Aufenthaltsgenehmigung. Die Regierung möchte jedoch zu Beginn des nächsten Jahres allen nicht vorbestraften, arbeitenden Einwanderern, die schon mindestens sechs Monate im Land sind, eine Aufenthaltsgenehmigung erteilen. (12021/7.11.2004)