Das Diakonische Werk in Hessen und Nassau (DWHN) hat ein Papier zur Gewerkschaftstätigkeit von Mitarbeitervertretern komplett zurückgezogen. Er bedaure sehr, dass es durch dessen Verbreitung zu Missverständnissen und Auseinandersetzungen gekommen sei, erklärte der DWHN-Vorstand am 9. November. Das Papier mit der Überschrift "Mitarbeitervertretungen haben sich jedweder Gewerkschaftstätigkeit zu enthalten!" stieß bei den Gewerkschaften auf harsche Kritik. Es war an zwölf Träger von Diakonieeinrichtungen verschickt worden.
Gegen die gewerkschaftliche Betätigung von Mitarbeitern in diakonischen Einrichtungen sei nichts einzuwenden, stellte der DWHN-Vorstand klar. Er werde verbandsintern sowie in Gesprächen mit dem Verdi-Landesbezirksleiter Jürgen Bothner und unter Beteiligung des DGB-Landesvorsitzenden Stefan Körzell Art und Umfang gewerkschaftlicher Betätigung in diakonischen Einrichtungen thematisieren. Das Treffen werde wahrscheinlich kommende Woche stattfinden.
DWHN-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Gern erinnerte an die Zusammenarbeit von Diakonie und Gewerkschaften im Bündnis Soziale Gerechtigkeit in Hessen und wies auf die Notwendigkeit gemeinsamer Gespräche und Aktionen hin. "Diakonie und Gewerkschaften sind Bündnispartner. Wir verstehen uns gemeinsam als Mitgestalter des Sozialstaates mit dem Ziel, einen demokratischen, solidarischen und zukunftsfähigen Sozialstaat zu sichern", betonte er. (1300/9.11.05)